Kategorien
Neustrelitz Stadtgesellschaft, Debatten und Meinung

Ergebnisse der Kommunalwahl Neustrelitz 2014

Die nächsten Kommunalwahlen in MV finden im Juni 2024 statt. Um die Zukunft zu gestalten muss man die Vergangenheit kennen. In der Politik bedeutet dies, dass man weiß, wer bisher verantwortlich war, um die Stadt voranzubringen.

Am 25.5.2014 fanden Kommunalwahlen in Mecklenburg-Vorpommern statt. Hier sind die Ergebnisse der Wahl zur Stadtvertretung in Neustrelitz. Quelle: Strelitzer Echo 2014/11

Allgemeines

  • Wahlberechtigte: 17.901
  • gewählt haben: 7.468
  • Wahlbeteiligung: 41,72 % (Landesdurchschnitt 46,5 %)
  • abgegebene Stimmen: 22.072
  • ungültige Stimmen: 405 (1,83%)
  • gültige Stimmen: 21.667

D.h. 7.468 Wähler haben 22.072 Stimmen abgegeben. Jeder Wähler hat 3 Stimmen, die frei vergeben werden können. Sie können alle einem einzigen Kandidaten gegeben oder auf mehrere Kandidaten verteilt werden. Auch auf unterschiedliche Listen und Einzelbewerber.

Vergebene Sitze

In der Neustrelitzer Stadtvertretung sind 29 Sitze zu vergeben.

StimmenProzentSitze
CDU6.50730,03 %9
SPD5.54325,58 %7
LINKE4.52320,88 %6
PuLS1.7017,85 %2
FDP1.2015,54 %2
Grüne1.0404,80 %1
NPD7583,50 %1
Bela Witt3941,82 %1

Stimmen

abgegebene Stimmen bei der Kommunalwahl 2014 Neustrelitz

Sitze

vergebene Sitze in der Stadtvertretung Neustrelitz im Jahr 2014

Insgesamt 29 Sitze

CDU: 9 Vertreter

StimmenProzentErgebnis
gewählte CDU-Vertreter6.50730,03 %9 Vertreter
Christoph Poland1.7147,91 %gewählt
Sven Zachmann8784,05 %gewählt
Ernst August von der Wense6823,15 %gewählt
Andreas Petters4592,12 %gewählt
Silvia Koch4031,86 %gewählt
Ralf Milbredt3911,80 %gewählt
Frank Braasch3761,74 %gewählt
Patrick Scholz3391,56 %gewählt
Frank Obermair2431,12 %gewählt
angetreten, aber nicht gewählt:
Prof. Dr. Harald Seider2221,02 %Ersatzkandidat
Maria-Sophie Schmidt1260,58 %Ersatzkandidat
Morten Sören Lingnau1180,54 %Ersatzkandidat
Erich Henning1120,52 %Ersatzkandidat
Andreas Franz1080,50 %Ersatzkandidat
Michael Sievers980,45 %Ersatzkandidat
Christa Grois950,44 %Ersatzkandidat
Andrea Apmann800,37 %Ersatzkandidat
Stefanie Labs630,29 %Ersatzkandidat
Ergebnis CDU-Liste Kommunalwahl 2014 Neustrelitz

SPD: 7 Vertreter

StimmenProzentErgebnis
gewählte SPD-Vertreter5.54325,58 %7 Vertreter
Andreas Butzki1.4136,52 %gewählt
Jeannine Pflugradt8103,74 %gewählt
Dr. Ernst Dörffel5582,58 %gewählt
Dr. Klaus-Michael Körner5482,53 %gewählt
Helge Oehlschläger4151,92 %gewählt
Thomas Hildebrandt3321,53 %gewählt
Martin Kley2671,23 %gewählt
angetreten, aber nicht gewählt:
Kathleen Supke2531,17 %Ersatzkandidat
Christel Lau2481,14 %Ersatzkandidat
Jakob Arlt1450,67 %Ersatzkandidat
Christine Büttner1450,67 %Ersatzkandidat
Uwe Hänisch1400,65 %Ersatzkandidat
Steffen Heinrich730,34 %Ersatzkandidat
Jutta Tiedt680,31 %Ersatzkandidat
Konstante Gothe580,27 %Ersatzkandidat
Jens Müller410,19 %Ersatzkandidat
Erhard Langwald290,13 %Ersatzkandidat
Ergebnis SPD-Liste Kommunalwahl 2014 Neustrelitz

DIE LINKE: 6 Vertreter

StimmenProzentErgebnis
gewählte LINKE-Vertreter4.52320,88 %6 Vertreter
Waltraud Bauer1.0774,97 %gewählt
Manfred Schwarz4592,12 %gewählt
Erwin Hemke4442,05 %gewählt
Rolf-Dieter Kadgien4011,85 %gewählt
Christian Arnold Krüger3341,54 %gewählt
Karin Rudolph3331,54 %gewählt
angetreten, aber nicht gewählt:
Silvia Ott2301,06 %Ersatzkandidat
Dr. Cornelia Nenz1990,92 %Ersatzkandidat
Renate Kniehs1610,74 %Ersatzkandidat
Nicole Jürgens1590,73 %Ersatzkandidat
Thomas Kowarik1350,62 %Ersatzkandidat
Andreas Schellhase1250,58 %Ersatzkandidat
Sven Kaiser1230,57 %Ersatzkandidat
Andreas Knubbe880,41 %Ersatzkandidat
Martin Nicklas780,36 %Ersatzkandidat
Christian Röse680,31 %Ersatzkandidat
Michaela Cevik570,26 %Ersatzkandidat
Olaf Dittmann520,24 %Ersatzkandidat
Ergebnis LINKE-Liste Kommunalwahl 2014 Neustrelitz

PuLS: 2 Vertreter

StimmenProzentErgebnis
gewählte PuLS-Vertreter1.7017,85 %2 Vertreter
Guido Antonow3961,83 %gewählt
Hannelore Raemisch2551,18 %gewählt
angetreten, aber nicht gewählt:
Adolf Raith2070,96 %Ersatzkandidat
Dr. Martina Grund2030,94 %Ersatzkandidat
Horst Conradt1840,85 %Ersatzkandidat
Martina Herre1290,60 %Ersatzkandidat
Monika Raemisch980,45 %Ersatzkandidat
Dr. Jörg Heinig780,36 %Ersatzkandidat
Anke Fabian530,24 %Ersatzkandidat
Martin Geyer490,23 %Ersatzkandidat
Dr. Klaus Rek270,12 %Ersatzkandidat
Uwe Pöschel220,10 %Ersatzkandidat
Ergebnis PuLS-Liste Kommunalwahl 2014 Neustrelitz

FDP: 2 Vertreter

StimmenProzentErgebnis
gewählte FDP-Vertreter1.2015,54 %2 Vertreter
Bernd Werdermann5122,36 %gewählt
Guido Pauly3911,80 %gewählt
angetreten, aber nicht gewählt:
Bernd Haase2471,14 %Ersatzkandidat
Heiner Böcker320,46 %Ersatzkandidat
Grit Pauly190,09 %Ersatzkandidat
Ergebnis FDP-Liste Kommunalwahl 2014 Neustrelitz

Grüne: 1 Vertreter

StimmenProzentErgebnis
gewählte Grüne-Vertreter1.0404,80 %1 Vertreter
Falk Jagszent1930,89 %gewählt
angetreten, aber nicht gewählt:
Karsten Dudziak1770,82 %Ersatzkandidat
Petra Stolz1140,53 %Ersatzkandidat
Frank Jeziorowski940,43 %Ersatzkandidat
Horst Bartz860,40 %Ersatzkandidat
Tobias Seidel670,31 %Ersatzkandidat
Helge Kramer630,29 %Ersatzkandidat
Toralf Maske540,25 %Ersatzkandidat
Thomas Pannowitsch470,22 %Ersatzkandidat
Gerd Hernacz410,19 %Ersatzkandidat
Janina Jagszent410,19 %Ersatzkandidat
Mario Wagner290,13 %Ersatzkandidat
Detlef Ahlgrimm220,10 %Ersatzkandidat
Harald Bohnhorst120,06 %Ersatzkandidat
Ergebnis Grüne-Liste Kommunalwahl 2014 Neustrelitz

NPD: 1 Vertreter

StimmenProzentErgebnis
gewählte NPD-Vertreter7583,50 %1 Vertreter
Marko Zimmermann7583,50 %gewählt
Ergebnis NPD-Liste Kommunalwahl 2014 Neustrelitz

Einzelbewerber: 1 Vertreter

StimmenProzentErgebnis
gewählte Einzelbewerber3941,82 %1 Vertreter
Bela Witt3941,82 %gewählt
Ergebnis Einzelbewerber Kommunalwahl 2014 Neustrelitz

Ergebnisse der Kommunalwahl 2019

Kategorien
Neustrelitz Stadtgesellschaft, Debatten und Meinung

Ergebnisse der Kommunalwahl Neustrelitz 2019

Die nächsten Kommunalwahlen in MV finden im Juni 2024 statt. Um die Zukunft zu gestalten muss man die Vergangenheit kennen. In der Politik bedeutet dies, dass man weiß, wer bisher verantwortlich war, um die Stadt voranzubringen.

Am 26.5.2019 fanden Kommunalwahlen in Mecklenburg-Vorpommern statt. Hier sind die Ergebnisse der Wahl zur Stadtvertretung in Neustrelitz. Quelle: Strelitzer Echo 2019/11

Allgemeines

  • Wahlberechtigte: 17.541
  • gewählt haben: 9.066
  • Wahlbeteiligung: 51,68 % (Landesdurchschnitt 57,2 %)
  • abgegebene Stimmen: 26.225
  • ungültige Stimmen: 330 (1,26%)
  • gültige Stimmen: 25.895

D.h. 9.066 Wähler haben 26.225 Stimmen abgegeben. Jeder Wähler hat 3 Stimmen, die frei vergeben werden können. Sie können alle einem einzigen Kandidaten gegeben oder auf mehrere Kandidaten verteilt werden. Auch auf unterschiedliche Listen und Einzelbewerber.

Vergebene Sitze

In der Neustrelitzer Stadtvertretung sind 29 Sitze zu vergeben.

StimmenProzentSitze
CDU5.98623,12 %7
SPD5.64621,80 %7
LINKE4.18516,16 %5
AfD3.79214,64 %4
Grüne2.5479,84 %3
FDP2.0577,94 %2
PuLS1.1284,36 %1
Nico Kosche2150,83 %0
Norbert Böhs2040,79 %0
Dirk Pagelow1350,52 %0

Stimmen

abgegebene Stimmen bei der Kommunalwahl 2019 Neustrelitz

Sitze

vergebene Sitze in der Stadtvertretung Neustrelitz im Jahr 2019

Insgesamt 29 Sitze

CDU: 7 Vertreter

StimmenProzentErgebnis
gewählte CDU-Vertreter5.98623,12 %7 Vertreter
Christoph Poland1.7396,72 %gewählt
Ernst August von der Wense6702,59 %gewählt
Sven Zachmann6102,36 %gewählt
Patrick Scholz6002,32 %gewählt
Andreas Petters3871,49 %gewählt
Frank Obermair3631,40 %gewählt
Ralf Milbredt3441,33 %gewählt
angetreten, aber nicht gewählt:
Silvia Koch2981,15 %Ersatzkandidat
Frank Braasch2801,08 %Ersatzkandidat
Maria-Sophie Schmidt2681,03 %Ersatzkandidat
Ingrid Sievers2410,93 %Ersatzkandidat
Andreas Franz1470,57 %Ersatzkandidat
Tobias Weden390,15 %Ersatzkandidat
Ergebnis CDU-Liste Kommunalwahl 2019 Neustrelitz

SPD: 7 Vertreter

StimmenProzentErgebnis
gewählte SPD-Vertreter5.64621,80 %7 Vertreter
Andreas Butzki2.0748,01 %gewählt
Helge Oehlschläger6722,60 %gewählt
Kathleen Supke5882,27 %gewählt
Thomas Hildebrandt4661,80 %gewählt
Katharina Priebe3621,40 %gewählt
Martin Kley3151,22 %gewählt
Torsten Zell2921,13 %gewählt
angetreten, aber nicht gewählt:
Uwe Hänisch1990,77 %Ersatzkandidat
Jakob Arlt1710,66 %Ersatzkandidat
Daniel Andrej Priebe1650,64 %Ersatzkandidat
Bernd Sonneberg1390,54 %Ersatzkandidat
Steffen Heinrich1070,41 %Ersatzkandidat
Hans-Georg Grospitz660,25 %Ersatzkandidat
Erhard Langwald300,12 %Ersatzkandidat
Ergebnis SPD-Liste Kommunalwahl 2019 Neustrelitz

DIE LINKE: 5 Vertreter

StimmenProzentErgebnis
gewählte LINKE-Vertreter4.18516,16 %5 Vertreter
Thomas Kowarik9473,66 %gewählt
Marco Süldt6632,56 %gewählt
Martin Henze4761,84 %gewählt
Manfred Schwarz3851,49 %gewählt
Rolf-Dieter Kadgien3641,41 %gewählt
angetreten, aber nicht gewählt:
Nicole Sperling-Jürgens3621,40 %Ersatzkandidat
Erwin Hemke2841,10 %Ersatzkandidat
Dr. Thomas Fiß2570,99 %Ersatzkandidat
Oliver Hahn1580,61 %Ersatzkandidat
Dr. Marcus Doering870,34 %Ersatzkandidat
Christian Röse850,33 %Ersatzkandidat
Sven Kaiser630,24 %Ersatzkandidat
Hans-Joachim Keck540,21 %Ersatzkandidat
Ergebnis LINKE-Liste Kommunalwahl 2019 Neustrelitz

AfD: 4 Vertreter

StimmenProzentErgebnis
gewählte AfD-Vertreter3.79214,64 %4 Vertreter
Frank Herrmann18627,19 %gewählt
Hagen Häusser-Nixdorf7292,82 %gewählt
Michael Rose5182,00 %gewählt
Thies Bussert4301,66 %gewählt
angetreten, aber nicht gewählt:
Christian Czollek2530,98 %Ersatzkandidat
Ergebnis AfD-Liste Kommunalwahl 2019 Neustrelitz

Grüne: 3 Vertreter

StimmenProzentErgebnis
gewählte Grüne-Vertreter2.5479,84 %3 Vertreter
Falk Jagszent6492,51 %gewählt
Stella Schüssler3501,24 %gewählt
Karsten Dudziak2310,89 %gewählt
angetreten, aber nicht gewählt:
Friederike Fiß2200,85 %Ersatzkandidat
Tobias Seidel1360,53 %Ersatzkandidat
Enrico Bach1350,52 %Ersatzkandidat
Dr. Gernot Ostermann1180,46 %Ersatzkandidat
Helge Kramer1030,40 %Ersatzkandidat
Petra Stolz900,35 %Ersatzkandidat
Horst Bartz810,31 %Ersatzkandidat
Dr. Bernard Baum750,29 %Ersatzkandidat
Almut Roos570,22 %Ersatzkandidat
Janina Jagszent570,22 %Ersatzkandidat
Thomas Pannowitsch530,20 %Ersatzkandidat
Martin Meifert510,20 %Ersatzkandidat
Antje Olejnik500,19 %Ersatzkandidat
Toralf Maske350,14 %Ersatzkandidat
Harald Bohnhorst280,11 %Ersatzkandidat
Mario Wagner170,07 %Ersatzkandidat
Ralf Peter Hässelbarth110,04 %Ersatzkandidat
Ergebnis Grüne-Liste Kommunalwahl 2019 Neustrelitz

FDP: 2 Vertreter

StimmenProzentErgebnis
gewählte FDP-Vertreter2.0577,94 %2 Vertreter
Bernd Werdermann11014,25 %gewählt
Guido Pauly4541,75 %gewählt
angetreten, aber nicht gewählt:
Bernd Haase3841,48 %Ersatzkandidat
Christoph Stitz1180,46 %Ersatzkandidat
Ergebnis FDP-Liste Kommunalwahl 2019 Neustrelitz

PuLS: 1 Vertreter

StimmenProzentErgebnis
gewählte PuLS-Vertreter1.1284,36 %1 Vertreter
Hannelore Raemisch2951,14 %gewählt
angetreten, aber nicht gewählt:
Monika Raemisch1720,66 %Ersatzkandidat
Horst Conradt1540,59 %Ersatzkandidat
Paulina Fabian1290,50 %Ersatzkandidat
Dr. Jörg Heinig1050,41 %Ersatzkandidat
Martin Geyer950,37 %Ersatzkandidat
Jens Pollex730,28 %Ersatzkandidat
Dr. Klaus Rek590,23 %Ersatzkandidat
Uwe Pöschel460,18 %Ersatzkandidat
Ergebnis PuLS-Liste Kommunalwahl 2019 Neustrelitz

Einzelbewerber (0 Vertreter)

StimmenProzentErgebnis
Einzelbewerber0 Vertreter
angetreten, aber nicht gewählt:
Nico Kosche2150,83 %nicht gewählt
Norbert Böhs2040,79 %nicht gewählt
Dirk Pagelow1350,52 %nicht gewählt
Ergebnis Einzelbewerber Kommunalwahl 2019 Neustrelitz

Kategorien
Bauprojekte und Stadtentwicklung Neustrelitz

Der Turmbau zu Neustrelitz – teilweiser Wiederaufbau des verlorenen Schloss

Neustrelitz ist für sein historisches Stadtbild bekannt, aber mit dem verloren gegangenen Schloss fehlt ein wichtiger Teil. Der Schlossturm wird nun nach altem Vorbild neu aufgebaut. Nach Fertigstellung wird er als Ausstellungsgebäude und Aussichtsturm dienen. Dies ist ein Überblick über das Projekt und seine Hintergründe.


Das Doppelprojekt

Es handelt sich eigentlich um zwei eng zusammenhängende Projekte. Das eine ist der Schlossturm, der in Verantwortung der Stadt Neustrelitz gebaut wird. Das andere ist das Projekt Schlosskeller, welches durch das Land Mecklenburg-Vorpommern realisiert wird.

Schlossturm

Nüchtern betrachtet handelt es sich um ein Gebäude, das eine Grundfläche von 10,5 x 10,5 Metern und eine Höhe von 53 Metern haben wird. Damit ist es sogar etwas höher als der Turm der Neustrelitzer Stadtkirche, welcher zur Zeit die Innenstadt von Neustrelitz weit sichtbar dominiert. Der neue Turm wird in der Grundform und an der Außenfassade eine möglichst originalgetreue Kopie des historischen Schlossturms sein. Auch der Standort entspricht dem Original, wobei sogar die historischen Fundamente wahrscheinlich für den neuen Bau mitgenutzt werden, da sie als stabil genug einschätzt wurden.

Etwa auf der halben Höhe, in 24m und zusätzlich in 43m wird es Aussichtspunkte geben. Neben einer Treppe, um bis nach ganz oben zu gelangen ist ein Aufzug geplant, der die 2-3 Etagen im Inneren verbindet. Dort werden auf ca. 100 qm Ausstellungsräume untergebracht, die sich aller Voraussicht nach um die Bedeutung als „Ort der Demokratiegeschichte“ drehen wird. Diesen Titel hat der noch leere Schlossberg bereits erhalten. Im alten Schlossgebäude wurde nämlich die erste demokratische Verfassung Deutschlands nach dem Ende der Monarchie in Kraft gesetzt. Hier tagte der Landtag des neu gegründeten Freistaat Mecklenburg-Strelitz. Außerdem war in diesem Parlament zum ersten Mal in Deutschland eine Frau Mitglied. Ihr Name war Erna Weiland.

Die Ausstellung wird zur Zeit erarbeitet und eventuell wird auch die Geschichte des Schlosses einen Platz finden. Eine Heizung wird übrigens wird nicht eingebaut, so dass die Räume vor allem in den warmen Monaten Besucher einladen. Letztendlich wird es ein modernes Gebäude mit historischer Fassade und kultureller Nutzung werden.

Schlosskeller

Der alte Schlosskeller ist seit einigen Jahren abgesperrt. Er wird mit einer Betondecke überspannt, wodurch die Fläche wieder begehbar und auch gestaltet werden kann. So ist zum Beispiel eine Begrünung dieser Kellerabdeckung denkbar. Auch die Kellergewölbe sollen über Treppen betretbar sein. Das Teilprojekt wird im Wesentlichen durch das Land MV als Eigentümer umgesetzt. Die Stahlbetondecke könnte ohne Schaden für die historische Substanz wieder abgebaut werden, falls es in der Zukunft einen anderen Nutzungswunsch gibt.

Geplanter Zeitablauf

Mit folgendem Zeitablauf wurde Anfang 2022 gerechnet. Mittlerweile ist es aber nicht mehr zu schaffen!

  • 2023 im Herbst, nach den Schlossfestspielen:
    Bauabschnitt 1 des Schlosskellers
    Beräumung des Schlosskellers (jahrzehntelang wurden Schutt und Müll abgelagert)
    -> Dauer ca. 8 Monate.
  • 2024 nach Abschluss der Kellerberäumung: Start für Turmbau
  • 2027: geplante Fertigstellung des Turms
  • Ab 2027: Bauabschnitt 2 des Schlosskellers:
    Abdeckung des Kellers, Nutzbarmachung des Inneren und Gestaltung der Oberfläche
    -> Dauer ca. 8 Monate

Das Gesamtprojekt wäre somit frühestens 2028 abgeschlossen. Realistisch bei solchen Projekte ist aber eine Verspätung, so dass davon auszugehen ist, dass der neue Schlossturm und die gestaltete Fläche auf dem Schlosskeller zum Ende des Jahrzehnts im vollen Glanz erstrahlen werden.

Hintergrund

Als Residenzstadt eines Herzogtums hatte Neustrelitz ein Schloss. Es wurde ab 1726 gebaut und später durch einen Anbau vergrößert, zu dem auch ein Turm gehörte. Dieser war nach des Vorbild des Schloss Charlottenburg in Berlin errichtet worden. Dazu gehörte ein Park – der „Schlossgarten“ und eine Reihe von Gebäude, die mit dem Schloss in Verbindung standen. Zum Beispiel die Schlosskirche, das Theater oder der Marstall zur Unterbringung von Pferden und Fuhrwerken.

Am Kriegsende 1945 brannte das Schloss aus. Es wurde einige Jahre später abgerissen, denn im neuen politischen System nach dem Krieg gab es keine Chance auf einen Wiederaufbau der Brandruine. Stattdessen wurde es als Baumaterial für neue Gebäude verwendet und auf der Flächen wurden einfache Gebäude – „Baracken“ – errichtet in denen Büros untergebracht waren. Sie standen über die DDR-Zeit bis in die 1990er Jahre hinein. In Neustrelitz erzählte man über den Schlossberg in Anlehnung an den Architekturstil: „Früher stand hier Barock, heute Barack“.

Nach der Wiedervereinigung wurden die Baracken nicht mehr benötigt und ebenfalls abgerissen. Die Fläche war nun leer und es kam die Frage auf, wie dieses Grundstück direkt am Schlossgarten genutzt werden soll. Es wurden Ideen gesammelt, aber bald kamen auch Forderungen nach einem Wiederaufbau des alten Schlosses auf.

Erste Ansätze für die Nutzung des Geländes

Ab den 2000er Jahren wurde der Schlossberg zeitweise für Veranstaltungen genutzt. Man errichtete eine „Schlossattrappe“ aus Gerüsten und Plane und eine Stahlkonstruktion, die an den Schlossturm erinnerte. Dies diente als Kulisse für die 2001 gestarteten Schlossgartenfestspiele oder andere Ereignisse wie z.B. die Übergabe der Abiturzeugnisse an Schüler des Neustrelitzer Gymnasium Carolinum.

Seit den 2010er Jahren hat das Land Mecklenburg-Vorpommern mehrere Restaurierungsprojekte durchgeführt, um den Schlossgarten und das umliegende Gebiet weitgehend im historischen Stil wiederherzustellen. Jahr für Jahr wurde gearbeitet. Skulpturen wurden wieder an altem Platz aufgestellt, Brunnen und Gartenmauern wurden instand gesetzt und Wege und Baumreihen restauriert. Neben der Sanierung des alten Kavalierhaus wurde die von Marstall und Orangerie begonnen.

Konkrete Planungen des Landes

Das (leicht erhöhte) Gelände, auf dem das ehemalige Schloss stand ist allgemein als „Schlossberg“ bekannt. Die Fläche auf dem sich das Schloss befand ist zweigeteilt. Zum einen ein großer, leerer begehbarer Platz und zum anderen ein wegen Einsturzgefahr abgesperrter Bereich auf dem die Reste der Schlosskeller befinden.

Auch hier wollte das Land eine Neugestaltung und rief 2013 einen Architektenwettbewerb aus. Mehrere Entwürfe gingen ein und wurden von einer „Fach und Sachpreisjury“ bewertet. Das Sieger-Projekt sah eine Konstruktion aus „80 Holzmasten und sich im Winde bewegenden Volants“ (Fahnen) mit jeweils 16-18m Höhe vor. Die Schlosskeller sollten mit Sand verfüllt und die Fläche zu einer Blumenwiese werden.

Dieser Entwurf wurde jedoch abgelehnt (insbesondere durch den Residenzschlossverein). Nachdem es auch Bedenken zu Technik und Kosten gab, wurde der 2. Preis des Wettbewerbs genutzt. Dies war das Projekt „Bellevue“, das deutlich zurückhaltender war, aber ebenfalls eine Verfüllung der noch erhaltenen Schlosskeller vorsah. Somit stand im Jahr 2014 der Plan des Landes Mecklenburg-Vorpommern für die Umgestaltung des Schlossbergareals.

Landes-Plan wird abgelehnt

Es regte sich jedoch Widerstand in Neustrelitz. Hauptaugenmerk lag dabei die Kritik an der Versiegelung des Schlosskellers. Er sollte mit speziellem Sand aufgefüllt werden, wobei der Beginn der Arbeiten für März 2018 geplant war. Obwohl betont wurde, dass der Sand in späteren Generationen entfernt werden könne, wäre der Zugang zum Keller als letztem originalen Überrest des Schlosses dauerhaft verloren gegangen. Zudem hätte die Investition die Umsetzung jeglicher Ideen und Wünsche einer Wiederbebauung des Schlossbergs nahezu unmöglich gemacht und die Diskussion um einen Wiederaufbau des Schlosses für Jahrzehnte beendet.

Einige Neustrelitzer Bürger, insbesondere der Residenzschlossverein und Mitglieder der Stadtvertretung lehnten daher die Verfüllung des Schlosskellers ab.

Im Oktober 2017 legte die Fraktion der LINKE in der Stadtvertretung einen Antrag vor, dass die Stadt die Verfüllung der Keller verhindern solle. Er sollte beräumt und mit „archäologischen Sichtfenstern“ erlebbar gemacht; die vorhandenen Fußböden des Erdgeschoss erhalten werden. Hier wurde auch der originalgetreue Wiederaufbau des Schlossturmes erwähnt und eine Ausstellung zur Demokratiegeschichte des Ortes angeregt. (Im Bezug auf die erste in Kraft getretene demokratische Landesverfassung in Deutschland.)

Die Vorlage wurde zunächst nur beraten. Im späteren Verlauf wurde ein „Gedankenaustausch zum Schlossareal“ am 29.1.2018 (Dem Jahrestag der Verabschiedung besagter Landesverfassung) vorgeschlagen und durch die „Stiftung Mecklenburg“ veranstaltet.

Auf dieser ersten „Schlossbergkonferenz“ wie sie später genannt wurde und danach jährlich stattfand, bekam die Idee des Keller-Erhalt und des Schlossturms eine so große Zustimmung, dass sie weiterverfolgt wurde. Der Antrag in der Stadtvertretung fand eine Mehrheit.

Damit standen die Stadt Neustrelitz und das Land Mecklenburg-Vorpommern, genauer gesagt dem Finanzministerium unter Minister Brodkorb (SPD) im Konflikt. Die Stadt lehnte den Plan des Landes ab.

Der Kompromiss

Im Frühjahr 2018 kam es zu einem Treffen zwischen Vertretern von Stadt und Land, nach dem alle Pläne für die Baumaßnahmen gestoppt wurden.

Im Laufe des Jahres 2018 wurde schließlich ein Kompromiss gefunden: Der Keller wird nicht verfüllt und das Umgestaltungskonzept „Bellevue“ wird verändert. Außerdem durfte der Turm des historischen Schlosses gebaut werden.

Ein Grundstück aus dem Landeseigentum soll auf die Stadt Neustrelitz übergehen, um dort um einen Turm bauen zu können. Außerdem wird eine bestimmte Summe an Fördergeld versprochen. Der Deal lautete: Neustrelitz darf sich den Wunsch erfüllen, aber das Land gibt die Verantwortung für laufende Kosten ab.

Es gab danach noch Diskussionen über die Außengestaltung des Turms: Sollte er entweder mit einer Kopie der historischen Fassade oder als Verweis auf das alte Schloss gestaltet werden? Letztendlich setzte sich die historische Form später durch.

Nach weiteren Jahren der Planung und Verzögerungen könnten die Arbeiten auf dem „Schlossberg“ nun im Jahr 2024 beginnen.

Investitionskosten

Die Gestaltung des Schlossareals (inkl. Kellerdecke), die durch das Land finanziert wird, wurde Ende 2022 auf 7 Millionen € geschätzt.

Der Schlossturm wird mit Stand Januar 2024 auf 9,5 Millionen € geschätzt (Bis zu den allgemeinen Baukostensteigerungen 2022 hatte man mit 7 Millionen € gerechnet.) Zur Finanzierung wurden vom Land und vom Bund insgesamt 6,5 Millionen € als Fördermittel Aussicht gestellt. Der Rest von 3 Millionen € würde zum einen als Eigenanteil der Stadt und zum anderen durch private Spenden finanziert werden. Die Spendenbereitschaft ist groß. Vor einem sicheren Baubeginn können jedoch noch keine Spenden gesammelt werden.

Die meisten Grundstücke und Gebäude im Umfeld gehören dem Bundesland MV, weil das Schloss und das ehemalige „Residenzviertel“ staatliches Eigentum des einst unabhängigen Landes Mecklenburg-Strelitz mit der Landeshauptstadt Neustrelitz waren. Daher erklärt sich der Beitrag durch das Land. Die nationale Bedeutung, die die Mittel aus dem Bundeshaushalt rechtfertigen, ergibt sich aus der Geschichte des Schlosses in dem einerseits die erste Frau in Deutschland Parlamentsmitglied war und einerseits die erste demokratische Verfassung Deutschlands nach dem Ende der Monarchie verabschiedet wurde.

In der Vereinbarung mit dem Land MV zum Schlossberg ist geregelt, dass sich das Land zwar an den Baukosten beteiligt, aber danach keine laufende Kosten für die Bewirtschaftung wie z.B. Besucherservice übernimmt. Dazu wird das Grundstück, auf dem der Turm stehen soll, an die Stadt verkauft. Die Idee aus der Stadtverwaltung ist, dass die Stadt alle Kosten übernimmt, die sich auf das Gebäude beziehen (100.000€ pro Jahr Schätzung 2022). Die Besucherservices zur Ausstellung und Aussichtsplattform sollen dagegen auf Vereinsbasis, evtl. im Ehrenamt erfolgen.

Historischer Zeitablauf

1945Schlossbrand
1948-50Abriss der Schlossruine
DDR-ZeitProvisorische Bauten („Baracken“) zur Unterbringung von Büros für öffentliche Einrichtungen stehen auf dem Areal
1990erAbriss der Baracken, Forderungen nach Wiederbebauung
2001Bau der Stahlkonstruktion und der „Schlossattrappe“. Nutzung der Fläche für Veranstaltungen.
2000er Jahreverschiedene Ideen und Architekten-Wettbewerbe zur Neugestaltung des leeren Schlossberg
Abbau von „Schlossattrappe“ und Turm-Konstruktion um 2010.
2011-2019Beginn der Restaurationsprojekte im Schlossgarten.
Konkretere Forderungen nach einem Wiederaufbau des Schlosses mit historischer Fassade. Als Vorbild diente die Rekonstruktion von Potsdamer Stadtschloss (2010-2013) und Berliner Stadtschloss als Humboldt-Forum (2012-2020)
2014Architektenwettbewerb des Landes zur Gestaltung des Schlossareals. Das von einer Jury ausgesuchte Sieger-Projekt wurde verworfen. Das zweitplatzierte Projekt „Bellevue“, erhielt den Zuschlag.
2017Vorbereitungen zur Umsetzung Landes-Plans laufen. In der Stadtvertretung Neustrelitz wird jedoch diskutiert, die Verfüllung des Schlosskellers abzulehnen. Zusätzlich wird der Wiederaufbau des Schlossturms als Ausstellungsraum für die Demokratiegeschichte des Ortes angeregt.
Januar 2018Am 29.1.2018 findet die erste „Schlossbergkonferenz“ statt. Eine Diskussionsplattform in der sich die Idee des Schlossturms durchsetzte.
Februar 2018Der Konflikt um den Schlossberg spitzt sich zu. Vorbereitungen für die Verfüllung mit Fließsand laufen. Im Februar beschließt die Stadtvertretung jedoch, dass diese verhindert werden solle.
Frühjahr 2018Es kommt zu entscheidenden Treffen zwischen Vertretern von Neustrelitz und dem Finanzministerium
Oktober 2018Einigung zwischen der Stadt Neustrelitz und Mecklenburg-Vorpommern!
Auf die Keller-Versiegelung wird verzichtet und es gibt die Möglichkeit einer Bebauung mit dem Schlossturm und Fördermittel dafür. (Wenn sich die Stadt Neustrelitz selbst darum kümmert.)
Frühjahr 2019Diskussionen um die Außengestaltung des Turms.
Im März Gründung des Schloss-Beirat zur Vernetzung von Neustrelitzer Stadtvertretern und Vertretern von Vereinen, Landkreis, Bundes- und Landespolitikern
Dezember 2019Vereinbarung zwischen der Stadt Neustrelitz und dem Land Mecklenburg-Vorpommern wird offiziell geschlossen
2021Der Vorentwurf für den Schlossturm wird vorgestellt. Der 53m hohe Turm soll äußerlich nach historischem Vorbild gestaltet werden und einen Pavillon für den Eingangsbereich erhalten.
Der Schlossberg wird offiziell zum „Ort der Demokratiegeschichte“ erklärt.
Januar 2022Erster Vorschlag der Stadtverwaltung zur Finanzierung des Betriebs: Gebäudekosten durch die Stadt und Besucherservice durch ehrenamtliche Arbeit.
Mitte 2022Inflation bei Baukosten und Befürchtungen zur Finanzierbarkeit führen dazu, dass der Pavillon für den Eingangsbereich zum Turm eingespart wird.
Februar 2023Die Stadtvertretung Neustrelitz beschließt, dass das Turmbauprojekt besondere Priorität für die Stadt hat.

Zeitliche Dimensionen

Nach dem Abriss der provisorischen Bebauung in den 1990ern war ca. 20 Jahre unklar, was auf dem Gelände passieren wird. Dann gab es einen Plan der Landesverwaltung, der aber in Neustrelitz kurz vor Baubeginn 2018 verhindert wurde. Man einigte sich noch im selben Jahr auf einen neuen Plan. Danach vergingen 5 Jahre bis der Baubeginn in Sicht kam.

Von den ersten offiziellen Überlegungen zur Bebauung des Schlossberges in Form von Architektenwettbewerben werden bei der Fertigstellung 2027/28 etwa 30 Jahre vergangen sein. Von der Entscheidung zum Bau des historischen Turm bei Amtsantritt des Großherzogs 1904 bis zur Bauabschluss vergingen dagegen nur 5 Jahre.

Somit ist der Schlossberg nicht nur Ort der Demokratiegeschichte. Der Turmbau von Neustrelitz zeigt einerseits, dass demokratische Prozesse viel länger brauchen. Andererseits zeigt es aber, dass eine Landesregierung heute nicht so einfach über eine Stadt entscheiden kann – wenn sich fähige Menschen dem entgegenstellen.


Artikel vorgelesen:

Kategorien
Bauprojekte und Stadtentwicklung Neustrelitz

Solarparks in Neustrelitz

In Neustrelitz gibt es zur Zeit 6 Photovoltaik-Freiflächen-Anlagen, die sich im gesamten Stadtgebiet verteilen. Im nächsten Jahr kommt ein weiterer Solarpark im ehemaligen Kiestagebau Sophienhof dazu. Hier stelle ich alle im Überblick und einzeln vor.

Übersicht

Karte mit Solarparks in Neustrelitz, Erstellt von Robert Behrendt mit Kartenmaterial von openstreetmaps
Karte mit Solarparks in Neustrelitz, Erstellt von Robert Behrendt mit Kartenmaterial von openstreetmaps
Name/InfosNennleistung
Netzeinspeisung / Jahr
Penzliner Straße
(am Krankenhaus, ehemaliger Kasernenstandort)
Bau: 2009
Gesamtgröße: 25 ha
Betreiber: IBC Solar (BY)
Leistung: 8,09 MWp
Einspeisung: 6846 MWh
Am Kamp
(Nähe Bürgerseen)
Bau: 2010
Gesamtgröße: 0,83 ha
Betreiber: Stadtwerke Neustrelitz (MV)
Leistung: 1,004 MWp
Einspeisung: 1064 MWh
Domjüchsee
Bau: 2011
Gesamtgröße: 7 ha
Betreiber: Stadtwerke Neustrelitz (MV)
Leistung: 2,845 MWp
Einspeisung: 2300 MWh
An der B193 nach Norden
Bau: 2014
Gesamtgröße: 6 ha
Betreiber: SolarArt (BY)
Leistung: 1,81 MWp
Einspeisung: 1567 MWh
An der Bahnlinie Neustrelitz-Berlin
(bei Klein Trebbow)
Bau: 2020
Gesamtgröße: 6 ha
Betreiber: Enerparc (HH)
Leistung: 5,787 MWp
Einspeisung: 5450 MWh
Sophienhof Nord 1
Bau: 2020/21
Gesamtgröße: 9,7 ha
Betreiber: EnBW (BW)
Leistung: 8,8 MWp
Einspeisung: 8300 MWh
Sophienhof Nord 2
Bau: 2023
Gesamtgröße: 8,6 ha
Betreiber: EnBW (BW)
Leistung: 6 MWp
Einspeisung: 5600 MWh
Summe Gesamtgröße: 63,43 haLeistung: 34,4 MWp
Einspeisung: 31.0000 MWh

Quellen: Stadtwerke (Am Kamp und Domjüchsee), Wikipedia (Penzliner Str), Eigene Recherche bei Betreibern SolarArt, Enerparc und EnBW (Solarpark an der B193, Solarpark an Bahnstrecke, Sophienhof Nord 1 und 2) und eigene Schätzungen (Netzeinspeisungen Sophienhof)

Nennleistung in MWp: Generierte Leistung, die dauerhaft maximal generiert werden kann (p= „peak“ -> Spitze, somit Spitzenleistung).

geschätzte Netzeinspeisung: Bei Solarmodulen ist die tatsächlich generierte Strommenge natürlich vom Wetter und vom Sonnenstand abhängig. 1000 MWh = 1000.000 kWh. Ein 2 Personen-Haushalt in Deutschland verbraucht ca. 2000 bis 3500 kWh im Jahr. Mit 1000 MWh im Jahr können somit theoretisch ca. 350 2-Pers.-Haushalte versorgen.

Über die Anlagen in Neustrelitz

Mehr Leistung pro Fläche

An den Werten kann man ablesen wie unterschiedlich leistungsstark Solarparks sind. Die abweichende Leistung pro ha ergibt sich hier auch daraus wie eng die Module stehen, doch der Hauptgrund ist aber die Entwicklung der Solarmodul-Technik. So ist der Solarpark an der Bahnstrecke nach Berlin (gebaut 2020) zwar kleiner als der am Domjüchsee (gebaut 2011), bringt aber mehr als doppelt so viel Leistung!

Auch ein anderer Fakt ist bemerkenswert, obwohl ihn wahrscheinlich kaum ein Neustrelitzer vermuten würde. Der Solarpark Penzliner Str. (am Krankenhaus) ist mit seinen 25 ha zwar immer noch der größte in ganz Neustrelitz, aber nicht mehr der leistungsfähigste! Am bzw. im Kiestagebau Sophienhof steht eine nagelneue Anlage, die in etwa halb so groß ist wie der auf der ehemaligen Kaserne, aber dennoch mehr Leistung bringt!

Stadtwerke Neustrelitz spielen nur kleine Rolle

Mit IBC Solar aus Bad Staffelstein, EnBW und Enerparc in Hamburg werden die Neustrelitzer PV-Freiflächenanlagen hauptsächlich von großen Investoren außerhalb der Landesgrenzen betrieben. Die Stadtwerke haben hier nur eine kleine Rolle. Zwar waren sie früh dran (2010/2011), aber nicht die ersten, die in Neustrelitz PV-Freiflächenanlagen eingerichtet haben. Die Stadtwerke betreiben im heutigen Maßstab mit „Domjüchsee“ und „Am Kamp“ eher kleine Solarparks, die ab 2023 zusammen nur 11% der installierten Nennleistung aller Solarparks ausmachen.

Flächen

Die PV-Anlagen wurden und werden hauptsächlich auf alten Militär- oder Abbaugebieten aufgestellt. Die einzige landwirtschaftlicher Fläche, die bebaut wurde, liegt in einer Gegend, die eher unfruchtbare Böden hat.

Gesamtflächen der Solarparks: 63,2 ha (Ein Quadrat von 800 x 800 m, das ist knapp das Fünffache des Glambecker Sees oder weniger als ein Fünftel des Zierker Sees)

Die Gesamtfläche von Neustrelitz liegt bei 139.900 ha und die Solarparks nehmen also 0,045%, des Stadtgebietes ein. Als Verkehrsfläche sind 4,1% des Stadtgebietes ausgewiesen (laut Wohnungsmarktstrategie 2022).

Warum Freiflächenanlagen und keine Dachanlagen?

Hausanlagen lohnen sich zur Zeit nicht, weil die garantierte Einspeisevergütung mittlerweile sehr niedrig ist und der Bau auf dem Dach teuer ist. Eigentlich lohnen sie sich nur noch für den Eigenverbrauch, aber auch die dafür notwendige Speichertechnik kostet. Die Bundesregierung plant Gesetze auf den Weg bringen, aber es ist noch unklar wie die aussehen werden. Werden Solardächer auf Neubauten zur Pflicht? Oder wird das zurückgenommen, weil die Baupreise dann noch weiter in die Höhe schnellen?

Vor- und Nachteile für die Stadt

Weder die Vor- noch die Nachteile für die Bewohner der Stadt Neustrelitz durch die Solarparks auf dem Stadtgebiet sind richtig greifbar. Argument Nr. 1 für Solarparks ist der weltweite Klimaschutz. Für diesen ist allerdings CO2-Mengenmäßig Deutschland mit seinen 1,8% Ausstoß nur wenig ausschlaggebend. Geschweige denn Neustrelitz. Die Kleinstadt kann zumindest von sich behaupten, dass sie ihren Beitrag Zur Strom-Energiewende getan hat. Zusammen mit der Erzeugung im Biomasseheizkraftwerk sowie den kleineren Solaranlagen kann man sich von der Bilanz her selbst regenerativ versorgen und exportiert auch noch erneuerbaren Strom. Dahingehend hat die Stadt somit einen Vorteil für das Image der Stadt.

Der Flächenverbrauch fällt mit 0,05% der Stadtfläche nicht ins Gewicht, denn das Stadtgebiet ist ohnehin Verhältnis zur Einwohnerzahl sehr groß und hat viel Wald hinter dem man viel „verstecken“ kann. Meist liegen die Solarparks abseits und sind praktisch unsichtbar. Es werden auch keine wertvollen Flächen damit bebaut. Nur die Solaranlage an der Penzliner Str., zwischen Innenstadt und Krankenhaus, wäre aus heutiger Sicht Bauland in sehr guter Lage. Als solches ist es aber für die Zukunft nicht verloren, denn Solarmodule sind schnell abgebaut. Wenn die Anlage in den 2030er Jahren aus der EEG-Förderung herausfällt kann der Eigentümer entscheiden, ob er neue, leistungsfähigere Solarmodule aufstellt (Repowering) oder auf eine Bebauung der Grundstücke hinarbeitet. Ähnliches gilt für die Anlage am Domjüchsee, obwohl eine großflächige Bebauung so weitab vom Zentrum schwer vorstellbar ist.

Ein unmittelbarer Vorteil von Solarparks für eine Stadt ist erst seit kurzem möglich. Bis 2021 durfte ein Investor der Gemeinde in der er einen Solarpark setzen wollte keine finanzielle Beteiligung anbieten. Dies war nach Korruptionsgesetzen nicht möglich, denn Verantwortliche in einer Stadtverwaltung hätten sich strafbar gemacht, wenn sie Investoren die Geld anboten den Vorzug gegeben hätten. Seit der EEG-Gesetzesänderung haben die Kommunen nun Spielraum für so eine „Vorteilsnahme“. Es gibt keine Pflicht zur finanziellen Beteiligung, aber eine Gemeinde sollte im Interesse der Bürger nur mit den Investoren zusammenarbeiten, die Extra-Geld für den Haushalt anbieten. In Neustrelitz sind die meisten Solarparks ohne diese Möglichkeiten gebaut worden. Nur beim neuesten, für 2023 geplante Solarpark Sophienhof Nord 2 durfte der Investor eine Kommunalbeteiligung anbieten. Etwa 11.000 Euro dürften dadurch jährlich in den Stadthaushalt fließen.

Wie ist die Situation im Strelitzer Land?

In der Strelitzer Region gibt es überall verstreut Solarparks, z.B. an der Bahnstrecke nach Neubrandenburg oder auf dem Gelände der alten Ziegelei in Woldegk. Projektentwickler suchen fieberhaft nach Standorten für weitere, immer größere Freiflächenanlagen Z.B. in Mirow oder in Feldberg und Woldegk, wo Hunderte Hektar angefragt wurden. Der zweite Solarboom ist besonders in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg im vollen Gange. Die Planungen für Solarparks der Vorjahre nehmen bereits konkrete Gestalt an und es ist absehbar, dass „Solarfelder“ ein normaler Anblick werden. Auf den Feldern gibt es dann einen Wechsel zwischen Weizen, Raps, Zuckerrüben, Solar, Mais etc. Dabei gilt die Solarenergie als landschaftsschonende Alternative zu Windkraftanlagen und zum Anbau von Mais als Energiepflanze für Biogasanlagen.

Auch in Neustrelitz ist der deutschlandweite Trend beim Ausbau von Solarenergie erkennbar. Um 2011 herum gab es den ersten Boom, danach einen Einbruch. Danach ist der Zubau an installierter Leistung wieder langsam gestiegen. Die „zweite Welle“ wurde in Neustrelitz 2020 eingeleitet. Neustrelitz folgt damit grob dem Bundestrend beim Ausbau von Solarenergie.

Zubau Solarleistung in Deutschland 2005 bis 2021. Datenquelle: energy-charts.info
Zubau Solarleistung in Mecklenburg-Vorpommern 2005 bis 2021. Datenquelle: energy-charts.info
Zubau Solarleistung in Neustrelitz 2005 bis 2021 (ohne Klein/Dachanlagen)

Infos zu den einzelnen Solarparks

Solarpark Penzliner Straße

Zwischen Krankenhaus, Penzliner Straße und Dr.-Schwendtner-Straße liegt der älteste und von der Fläche her größte Solarpark in Neustrelitz. Durch seine Lage nahe der Innenstadt ist er wohl auch der Bekannteste. Hier stand bis in die 1990er Jahre eine riesige Kasernenanlage, die in den 1930er Jahren gebaut und bis 1993 durch das sowjetische Militär genutzt wurde. Nach dessen Abzug fand sich kein Käufer für das Gelände. Die Gebäude wurden deshalb abgerissen. 2009 baute ein Investor den jetzigen Solarpark, nachdem er die letzten Altlasten wie Kampfmittelreste beseitigt hatte. Die Anlage wird durch die IBC Solar aus Bad Staffelstein (Bayern) betrieben.

  • Ehemaliges Militärgelände (Altlastenbeseitigung war notwendig)
  • Betreiber: IBC Solar (Bad Staffelstein, BY)
  • Von der Fläche her größter Solarpark

Solarpark „Am Kamp“

Im Jahr 2010 nahmen die Stadtwerke ihre erste PV-Freiflächenanlage „Am Kamp“ in Betrieb. Sie befindet sich auf dem Gelände der OVVD, der kommunalen Entsorgungsgesellschaft dem auch der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte angehört. Sie betreibt dort eine Anlieferungsstation für Müll, also den örtlichen Wertstoffhof. Ich kenne momentan nicht die historische Entwicklung des Ortes. Dass dort eine Entsorgungsanlage entstand lag sicher auch an der Abgeschiedenheit und der direkten Lage an den Hafenbahn-Gleisen. Es lag nahe auf einer nicht benötigten Fläche eine PV-Anlage zu errichten. Diese liegt dadurch aber mitten im Wald zwischen Seen.

Solarpark Domjüchsee

Die Inbetriebnahme der zweiten Freiflächen-Photovoltaik-Anlage der Stadtwerke Neustrelitz erfolgte im Dezember 2011. Es ist die Anlage „Domjüchsee“ und grenzt direkt an die ehemalige „Landesirrenanstalt“ an der Fürstenseer Landstraße. Das ganze Gelände wurde nach 1945 durch die Sowjetarmee genutzt. Neben den historischen Gebäuden wurden auch modernere Gebäude für das Militär gebaut, jedoch nach dem Abzug abgerissen, da sich auch hier keine überzeugende Nachnutzung fand. Auf genau dieser Fläche der Nachkriegsgebäude des ehemaligen Militärstandortes steht der heutige Solarpark.

Solarpark An der B193 nach Norden

An der B193 Richtung Penzlin, an der Einfahrt zum Kieswerk Steinwalde nahe der Stadtgrenze liegt ein kleiner Solarpark auf einem Hügel. Hier ist eine Abraumhalde zu vermuten. Die Solarmodule sind ungewöhnlich angeordnet und die Grundstücksfläche nicht vollständig bedeckt. Betrieben wird der 2014 in Betrieb genommene Solarpark von der Firma SolarArt Services GmbH & Co. KG aus Randersacker (Bayern).

Solarpark westlich der Bahnlinie Neustrelitz-Berlin

Bis vor wenigen Jahren wurden Solarparks auf Ackerflächen meist nahe an Bahngleisen oder Autobahnen gebaut. Auch der Solarpark zwischen Alt-Strelitz und Klein Trebbow liegt direkt an der Bahnstrecke nach Berlin. Die sandigen Böden in der Gegend dürften für den Ackerbau nicht wertvoll sein. Er wurde im Frühjahr 2020 in Betrieb genommen und ist der erste Solarpark in Neustrelitz, der nicht auf einer ehemaligen Militär- oder Entsorgungsfläche entstand.

PV-Anlage im Bereich des Kiestagebaus Sophienhof Nord 1

Die Photovoltaik-Anlage Sophienhof Nord 1 liegt wurde auch einem ehemaligen Kiestagebau gebaut. Die Abbaufläche wurde verfüllt und darauf wurde eine 8,8 MWp Anlage gesetzt. Sie wird von der EnBW betrieben.

PV-Anlage im Bereich des Kiestagebaus Sophienhof Nord 2 (geplant)

Im Bereich des Kiestagebaus Sophienhof Nord wird im Laufe des Jahres 2023 neben einer schon bestehenden Solaranlage eine weitere entstehen.

Der Kies in Sophienhof Nord ist abgebaut und die Maschinen bereits verschwunden. Bergbaulich könnte das Gebiet weiter genutzt werden. So kann man mit der Verfüllung der Senke Geld verdienen, also sich für die Entsorgung von Erdaushub an anderer Stelle bezahlen lassen. Auf diese Nutzung wird aber für mindestens die nächsten 25 Jahre verzichtet, um mit Solarpanels erneuerbaren Strom zu produzieren. Zusammen mit Sophienhof Nord 1 wird dort ein 15 MWp Solarpark bestehen (Artikel im Nordkurier).

Hier wird in zum ersten Mal in Neustrelitz das 2021 geänderte Bundesgesetz, das Erneuerbare-Energien-Gesetz, angewendet. Seitdem dürfen Investoren den Gemeinden in dem sie bauen eine finanzielle Beteiligung von 0,2 Cent je eingespeister kWh anbieten. Vorher hätte dies strafrechtliche Konsequenzen aufgrund von Korruptionsgesetzen nach sich gezogen.

Bei 5600 MWh (eigene Schätzung) * 0,2 Cent/kWh wären das 11.200€ jährlich für den Stadthaushalt

ehemalige Kiesgrube und Standort zukünftiger Solar-Freiflächenanlage Sophienhof 2
ehemalige Kiesgrube und Standort zukünftiger Solar-Freiflächenanlage Sophienhof 2
Kategorien
Bauprojekte und Stadtentwicklung Neustrelitz

Neue Baugebiete in Neustrelitz

Die Umstände passen: Niedrigzinspolitik führt zu günstigen Baukrediten und die Kinder der Baby-Boomer-Generation sind im Hausbau-Alter. Auch in Neustrelitz besteht zur Zeit eine hohe Nachfrage nach Grundstücken für Einfamilienhäuser. Entsprechend den Zielen der Stadtentwicklung möchte die Stadt diesen Bedarf decken und weist deshalb neue Baugebiete aus. Dort können Bauwillige Grundstücke kaufen und bauen. Die folgenden Baugebiete befinden sich aktuell in Planung. Außerdem werfe ich einen Blick darauf wie es überhaupt zur Ausweisung der neuen Baugebiete kommt und blicke kurz in die nähere Zukunft.

Überblick

Neues Baugebiet Dr.-Schwentner-Straße

Hier ist ein Baugebiet mit 25 Grundstücken und einer Straße zur Erschließung in Planung. Es liegt außerhalb des Stadtkerns, zwischen Wohnblöcken, Kleingärten und Baumreihen. Die Innenstadt ist zwar relativ nah, es wirkt hier aber doch etwas abgeschieden. Eine Bebauung mit Eigenheimen und Stadtvillen (zwei Geschosse) wird jedenfalls zur Durchmischung der Dr.-Schwentner-Straße beitragen, denn hier stehen praktisch nur Wohnblöcke.

Plan neues Baugebiet Dr. Schwentner-Straße Stand Februar 2021
Plan neues Baugebiet Dr. Schwentner-Straße Stand Februar 2021

Das Gelände war Teil des „Soldatenstädtchens“, das an die ehemalige große Kaserne grenzte. Hier befanden sich Wohnungen und Einrichtungen für Offiziersfamilien. Zuerst für die Wehrmacht, dann für die Sowjetarmee. Nach der Wende fand sich keine Nutzung. Die Gebäude abgerissen und die Fläche lag lange Zeit brach.

Die Fläche im Januar 2022

Bedeutung dieses Baugebietes für die Stadtentwicklung

Es bedeutet auch ein wenig „natürliche“ Stadtentwicklung. Die Bebauung an der Dr.-Schwentner-Straße ist nämlich „unnatürlich“, also nicht organisch gewachsen. Dass hier mitten in der Landschaft Mehrfamilienhäuser ohne Umfeld stehen ist im wahrsten Sinne des Wortes historisch bedingt. Die großen mehrgeschossigen Gebäude wurden in den 1930ern und in der späten DDR-Zeit in die Nähe der Kaserne und weiteren Militäreinrichtungen gebaut. Die Kaserne und die Anlagen gibt es nicht mehr. Auf diese Flächen wurde teils ein großes Solarfeld, das Krankenhaus und die Umgehungsstraße gebaut. Andere Teile wurden aufgeforstet oder sind einfach Brachland. Die heutigen Gebäude an der Dr.-Schwentner-Straße sind Reste eines ehemaligen riesigen Komplexes aus der Zeit als Neustrelitz Militärstandort war.

Dr. Schwendtner-Straße Luftbild 1991 (Geoportal MV)
Dr.-Schwentner-Straße Luftbild 1991 (Quelle: Geoportal MV)
Dr.-Schwentner-Straße 2021 (Google Maps)
Dr.-Schwentner-Straße Satellitenbild 2021 (Quelle: Google Maps)

Dadurch, dass auch Teile der „Randbebauung“ nicht mehr existieren funktioniert die Gegend nicht wie ein eigener Stadtteil (anders als z.B. in Kiefernheide wo man auch einkaufen kann oder in die Schule geht).

Die Dr.-Schwentner-Straße ist eher eine Randlage und hier stehen ausschließlich Wohnblöcke. Die Mieten sind günstig und ich schätze, dass ein Großteil der Einwohner erst in den 1990ern nach Abzug der Armee hingezogen sind. Zu dieser Zeit war es kein Privileg mehr eine solche Wohnungen zu bekommen. Kurz gesagt: hier finden sich viele Haushalte  mit niedrigem Einkommen. Der Anteil dürfte höher als in Kiefernheide oder an der Rudower Straße sein, wo neben den Blöcken viele andere Wohngebäude, insbesondere Einfamilienhäuser stehen.

Mit den neuen Eigenheimen an der Dr.-Schwentner-Straße wird nicht architektonische, sondern auch die soziale Durchmischung gefördert.

Wohnquartier zwischen Höhen- und Karbe-Wagner-Straße

Dieses neue Wohnquartier liegt zwischen einem bestehenden Wohngebiet, der Walter-Karbe-Schule und dem Fasanerie-Park. Dass das Gelände bisher noch unbebaut ist hat auch etwas mit der ehemaligen militärischen Nutzung der Fläche zu tun. Hier entstehen 15 Eigenheimgrundstücke und es wird auch eine komplett neue Straße benötigt. Der Kaufpreis für die Grundstücke wurde in der Stadtvertretung auf 50€/qm festgelegt, wobei hier noch Erschließungskosten dazukommen. Die Fläche direkt daneben, zur Strelitzer Chaussee hin, ist unter anderem als Platz für eine möglicherweise in der Zukunft zu bauende Schwimmhalle im Gespräch.

Zur Festlegung eines neuen Straßennamens

Ein Name für eine neue Straße muss her! Für das „Wohnquartier zwischen Höhen- und Karbe-Wagner-Straße“. Am 21.10. wird die Neustrelitzer Stadtvertretung darüber entscheiden, ob sie „Walter-Gotsmann-Straße“ heißen soll.
Dieser Herr Gotsmann hat bereits eine Straße in seinem Geburtsort Granzow (Ortsteil von Mirow) und in NB gibt es schon einen „Walter-Gotsmann-Weg“. Zuerst habe ich mir gedacht, dass er damit doch schon ausreichend „versorgt“ ist und es vielleicht noch Persönlichkeiten gibt, nach denen noch keine Straße benannt ist…
Aber wenn man sich seinen Lebensweg ansieht ist der vor Allem Neustrelitz verbunden. Da scheint es verwunderlich, weshalb woanders schon, aber noch nicht hier eine Straße nach ihm benannt wurde.

aus meinem facebook-Post vom 13.10.2021

Neues Baugebiet Schlangenallee

Auch an der Schlangenallee (einer der interessantesten Straßennamen in Neustrelitz) ist ein Baugebiet in Planung.

Die andere Straßenseite ist bereits seit längerer Zeit bebaut, so dass für die neu entstehenden 10 Grundstücke keine neuen Versorgungsleitungen verlegt werden müssen.

Neues Baugebiet Schlangenallee am 14.10.2021
Neues Baugebiet Schlangenallee am 14.10.2021

Es handelt sich eigentlich um eine Erweiterung des bestehenden Wohngebietes, welches abseits des Zentrums liegt. Ohne Verbindung mit anderen bewohnten Stadtteilen wirkt es mitten in die Landschaft gesetzt.

Einer grenzt es direkt an ein Gewerbegebiet, andererseits wird das dadurch ausgeglichen, dass es an den Wald (Kalkhorst) und den entwässerten Wiesen grenzt. Das Wohnumfeld ist hier also vielfältig: Wald, Gewerbegebiet und die Kulturlandschaft um Alt-Strelitz.

Neues Baugebiet Sandberg/Bollenacker (Erweiterung)

Der alte Schulsportplatz und weiteres Gelände im Umfeld werden nun als Baugebiet vorbereitet. Damit wird das bestehende Wohngebiet mit Eigenheimen erweitert. Es wird nachverdichtet und damit keine neuen Flächen in Außenbereich verbraucht. Die Nachverdichtung bedeutet hier, dass alte Kleingärten durch Wohnhäuser in Innenstadtnähe ersetzt werden. Das Wohngebiet am Sandberg wächst in alte, aufgegebene Kleingärten und einen ehemaligen Sportplatz hinein.

„Zudem besteht die dringende Notwendigkeit einer städtebaulichen Ordnung in dem Bereich, da sich die aufgegebenen Gärten zu einem städtebaulichen Missstand entwickeln.“
(Aus der Stadtverwaltung, Begründung der Änderung des B-Plans)

bestehender Kleingarten direkt neben einem Neubau
verlassener, verfallener Kleingarten

Direkt an der Schule wurde 2020 eine neue Sportanlage gebaut. Dem Wachstum des Baugebietes in die Gärten sind aber Grenzen gesetzt. So sollten eigentlich noch mehr Gärten in Bauland umgewandelt werden, war aber wegen hohem Grundwasserspiegel baulich nicht möglich. In einem anderen Bereich haben sich Eigentümer der jetzigen Gärten dagegen ausgesprochen.

ehemaliger Sportplatz
Rest des Sportplatz

Das städtebauliche Planungsgebiet Zierker Straße/Sandberg (Bebauungsplan Nr. 12/91) vergrößert sich von 11,86 ha auf 14,63 ha, also grob um ein Viertel. Die neuen Bereiche sind kein zusammenhängendes großes Neues Baugebiet, sondern mehrere auseinanderliegende Grundstücke.

Kern des neuen Baugebietes Sandberg/Bollenacker

Wie kommen neue Baugebiete eigentlich zustande?

Der Anstoß für ein neues Baugebiete kommt in der Regel aus dem Amt für Stadt- und Grundstücksplanung. Grundlage dafür ist die erwartete Entwicklung von Bevölkerung und Wohnungsmarkt. Dabei spielen Bevölkerungszahl, Altersstruktur, Leerstand und der Immobilienmarkt eine Rolle.

Ein neues Baugebiet durchläuft mehrere Phasen. Die Schaffung von Baurecht, Ankauf der Grundstücke, Einholung von Gutachten und die Planung der Erschließung. Dann auch die tatsächliche Erschließung mit Straßen und Versorgungsleitungen und am Ende der Verkauf der Grundstücke. Zwischendurch erfolgen Beschlussfassungen der Stadtvertretung. Auch Bürger können Bedenken und Änderungswünsche äußern. Alles in Allem ist es ein langwieriger bürokratisch-demokratischer Prozess

Die Stadtverwaltung sucht also geeignete Flächen und schlägt sie vor. Die Entscheidungen treffen jedoch die gewählten Stadtvertreter. Das sind mehrere einzelne Beschlüsse in den verschiedenen Phasen, die bestimmen welche Art Gebäude errichtet werden dürfen, Grundstückaufteilung oder die Festlegung von Preisen. Die tatsächliche Umsetzung und Ausgestaltung sieht dadurch oft anders aus als die Ursprungsidee.

Für die zukünftigen Bedarfe in Neustrelitz wird zur Zeit eine neue Wohnungsmarktstrategie in Auftrag gegeben.

Ausblick auf die nähere Zukunft

Es gibt natürlich interne Überlegungen im Amt, die aber noch nicht spruchreif sind. Die Information der Öffentlichkeit basiert hier auf dem Strelitzer Echo als amtliches Mitteilungsblatt.

Abzusehen sind aber Erweiterungen von bestehenden Wohngebieten. Meiner Ansicht nach wird das Wohngebiet Sandberg weiter in die zum Teil verfallenden Kleingärten hineinwachsen. Zumindest dort, wo es vom Baugrund her möglich ist. Außerdem ist es für Neustrelitzer kein Geheimnis, dass zwischen Zierker See und Zierker Straße, wo sich gerade alte Betonflächen und Lagerhallen befinden, Baugrundstücke reißenden Absatz finden würden. So schnell ist es aber nicht zu erwarten. Momentan (Februar 2022) steht das Gelände als Lagerfläche und und Lagerhallen zum Verkauf. Hier könnte also ein privater Immobilienentwickler aktiv werden. Zwar ist der Bereich im Flächennutzungsplan der Stadt für Gewerbe ausgewiesen, das ist aber natürlich änderbar.

Weitere Baugebiete, die durch die Stadt in Vorbereitung sind:

  • Baugebiet in Vorbereitung westlich des Stargarder Ring (12 Grundstücke vorgesehen). Erweiterung des Wohngebiet „Erdbeeracker“
  • Baugebiet in Vorbereitung am Schwarzen Weg (8 Bauplätze vorgesehen)

Übrigens: An der Wilhelm-Stolte-Straße, gegenüber dem Großen Spiegelberg sind auch neue Eigenheime entstanden. Mit der nochmaligen Erweiterung des Erdbeerackers wächst die bebaute Fläche der Stadt hier „von zwei Seiten zusammen“. Man kann in dem Bereich davon sprechen, dass die letzte große flächenmäßige Lücke zwischen dem Neuen und dem Alten Strelitz baulich geschlossen wird. Das Zusammenwachsen von Strelitz und dem „Neuen Strelitz“ soll schon bei der Gründung des neuen Strelitz vor fast 300 Jahren angedacht gewesen sein.

Beitrag zuletzt geändert: 14.02.2022

zur Hauptseite meines Neustrelitz-Monitors

Kategorien
Neustrelitz Stadtgesellschaft, Debatten und Meinung

Könnte Neustrelitz Rechenzentrum-Standort für Berlin sein?

Der rbb berichtet, dass letzte Woche der Neubau eines Rechenzentrums bei Berlin, in Märkisch Oderland gescheitert ist. Es soll sich dabei um ein Cloud-Rechenzentrum von Alphabet bzw. Google handeln.

„Dadurch hätte das Zentrum mit 1,3 Millionen Kubikmeter pro Jahr ähnlich viel Wasser verbraucht wie die Tesla-Fabrik im nahen Grünheide.“

Der örtliche Wasserverband Strausberg-Erkner hat das Projekt gekippt. Grund ist die Wasserknappheit in Ostbrandenburg. Für den angedachten Standort Neuenhagen sprach die Nähe zu Berlin und eine hier verlaufende Starkstromleitung.

Als ich das gelesen habe, hatte ich sofort die Idee, dass sich Neustrelitz als Standort anbieten sollte. Auch das Wirtschaftsministerium bzw. Ministerpräsidentin Schwesig können sich hier einschalten. Ich erinnerte mich daran, dass auch Tesla bei der Standortsuche in Mecklenburg-Vorpommern vorbeigesehen hat. Es konnte kurzfristig kein genügend großes Areal aufgetrieben werden. Ministerpräsidentin Schwesig wurde nicht durch das Wirtschaftsministerium informiert. Die Sache hätte vielleicht anders laufen können. Diesmal sollte so eine Chance nicht vertan werden…

Neustrelitz ist relativ Berlin-nah, Wasser sollte hier nicht allzu knapp sein, und eine Starkstromleitung verläuft auch an der Stadt vorbei, gut versteckt im Wald.

Wie ich dann herausfand ist es wahrscheinlich dieselbe Höchstspannungsleitung. Sie hat eine sehr hohe Kapazität und führt von der Ostsee (Lubmin bei Greifswald) an den östlichen Rand von Berlin. Sie sollte sicher das geplante Kernkraftwerk mit Ost-Berlin verbinden. Heute transportiert es Windstrom aus Vorpommern in die Metropole. Strom wäre also auch in Neustrelitz genug vorhanden, sogar näher an der Erzeugung. Und Erneuerbar sowieso.

Wie und Wo genau?

Für die nötigen Fachkräfte zu sorgen wäre eine Aufgabe der Landesregierung. Das ergibt sich aus den Zielen bezüglich Unternehmensansiedlungen. Wer Industrie ansiedeln möchte, der muss auch einen Plan haben wie die Fachkräfte „besorgt“ werden. Das Wirtschaftsministerium wäre hier gefragt. Dass solche Arbeitsplätze in der südlichen Seenplatte zumindest denkbar sind, zeigt auch der Standort des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR-Standort in Neustrelitz: 110 Mitarbeiter, für das Rechenzentrum werden 100 geschätzt). Generell: in Neustrelitz kann man nicht nur wohnen, sondern auch von Berlin einpendeln.

Es soll ein „grünes Gewerbegebiet“ in Neustrelitz entstehen. Das sollte genug Platz bieten. Durch das angrenzende Biomasseheizkraftwerk sind auch Kopplungen mit dem Fernwärmenetz denkbar. Hier könnte Abwärme genutzt werden. Der Wasserverbrauch in Brandenburg würde 1,3 Millionen Kubikmeter/Jahr betragen. Die Stadtwerke hätten hier eine Aussage treffen sollen, ob das möglich ist. (Allerdings: In Anbetracht dessen, dass generell Unternehmensansiedlungen in Neustrelitz gewünscht sind, dürfte auch die Wasserversorgung zukunftsfähig sein).

Hier soll das „Grüne Gewerbegebiet“ entstehen.

Die Emailadressen in Schwerin und Neustrelitz hatte ich schon rausgesucht

Die Emailadressen von Wirtschaftsministerium, Staatskanzlei (Ministerpräsidentin), Stadtwerke Neustrelitz und dem Bürgermeister als Chef der Verwaltung hatte ich schon rausgesucht. Ich wollte an alle eine Email schreiben und diese auch öffentlich machen. (Öffentlichkeit treibt die Dinge oft an). Kontakt zu Google könnte man irgendwie auch herstellen.

Es galt für mich noch eine Sache nachzuprüfen:

Ist Neustrelitz nah genug?

Zwar ist mir bekannt, dass die Entfernung zwischen Rechenzentrum und Verbrauchern eine Rolle spielt, aber wie viele Kilometer konkret üblich sind musste ich mir erst einmal ansehen.

Das amerikanische Unternehmen CloudHQ hat in Offenbach ein Rechenzentrum geplant, das durch die dortige Glasfaserverbindung in weniger als einer Millisekunde mit Frankfurt verbunden ist. Zwischen Offenbach und Frankfurt liegen 10 Kilometer.

Auch das Rechenzentrum „BER1“ für Vantage Data Centers liegt 10 Kilometer südlich von Berlin.

(Übrigens scheinen Groß-Rechenzentren gerade wie Pilze aus dem Boden zu schießen.)

Frankfurt/Main. Das Zentrum ist nur 10km vom Rechenzentrum-Standort Offenbach entfernt.

„Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Low Latency (kurze Latenzzeit) ist Nähe. Das heißt: vermeiden, dass Daten um die halbe Welt zu zentralen Serverfarmen geschickt werden, von denen dann eine Antwort retour geht. Denn hier setzt die Physik Grenzen. Via Glasfaser sausen die Daten mit zwei Drittel der Lichtgeschwindigkeit durchs Netz, das sind 200 Kilometer pro Millisekunde. Für Anwendungen, die eine Latenzzeit von rund einer Millisekunde haben sollen, darf das Rechenzentrum also theoretisch maximal 100 Kilometer entfernt sein. Verzögerungen durch zwischengeschaltete Netzelemente und die Datenverarbeitung sind hier noch nicht eingerechnet. Der Schlüssel zu Low Latency ist also, Rechenleistung nicht hunderte von Kilometern vom Nutzer entfernt vorzuhalten, sondern nah bei ihm.“

https://www.telekom.com/de/konzern/details/was-ist-latenz-in-echtzeit-durchs-netz-435638

Der nördliche Rand von Berlin ist etwa 100km von Neustrelitz entfernt. Ins Zentrum sind es 110km. Damit wäre Neustrelitz wohl nur im äußersten Notfall als Standort geeignet. Wenn man schon weit in den Norden gehen würde, dann gäbe es sicher genug Alternativen, die alleine wegen der Kilometer geeignet wären – wenn auch Strom und Wasser schwieriger zu bekommen sind.

Halten wir fest:

Platz, Strom, Wasser [siehe Nachtrag] wäre wohl genug da. Auch die rund 100 Arbeitsplätze würde man irgendwie besetzt bekommen – wenn es auch nicht so leicht wäre. Neustrelitz ist aber technisch gesehen zu weit entfernt, um als Rechenzentrum-Standort für Berlin in Frage zu kommen. 100km sind gegeben. Das ist das Maximum was möglich wäre. Normalerweise sind es 10km. Neustrelitz ist für so eine Ansiedlung also meines Wissens nach nicht geeignet.

Ob nun überhaupt eine extrem geringe Latenz für dieses Rechenzentrum notwendig wäre, ob Neustrelitz genug Wasser hätte, also ob es nicht doch möglich wäre Neustrelitz zum Google-Standort zu machen… Um das kurzfristig in die Wege zu leiten fehlt mir leider ein Stab von Mitarbeitern.

Es war aber durchaus Wert dieser Idee einmal nachzugehen.

Nachtrag:

Ich habe bei Stadtwerken Neustrelitz nachgefragt. Die technischen Anlagen zur Wasserversorgung wären in der Lage einen so hohen zusätzlichen Verbrauch zu decken. Auch dann würde das Grundwasser immer noch genug Reserven für weitere Einwohner und Gewerbe haben. Die Voraussetzung wäre die Erweiterung der Nutzungsgenehmigung zur Grundwasserentnahme. Dass in Neustrelitz beim Wasserverbrauch so gut aufgestellt ist hat historische Gründe. Einerseits hatte die Stadt zu DDR-Zeiten noch wesentlich mehr Einwohner und zusätzlich als Garnisonsstadt der Sowjetarmee einen deutlich höheren Verbrauch. Auch der nie in Betrieb gegangene „Neue Schlachthof“ hätte sehr viel Wasser und Abwasser-Kapazitäten benötigt, die heutzutage nicht genutzt werden.

Möglich ist es also. Dabei ist eine Größenordnung von 1,3 Millionen cbm Wasser/Jahr Verbrauch übrigens gar nicht sicher. Die Zahl deutet darauf hin, dass für die Kühlung der Server die Verdunstungskühlung eingesetzt wird. Diese Technik ist zwar günstig, hat aber eben einen hohen Verbrauch. Es gibt mehrere andere, sparsamere Kühltechniken, die eingesetzt werden könnten. Z.B. eine Luftkühlung, die mit einem geschlossenen Wasserkreislauf arbeitet.

Hier könnten sogar noch bessere Lösungen einsetzen, um die Abwärme direkt zu nutzen. Neustrelitz hat ein Fernwärmenetz. Direkt neben dem neuen „Grünen Gewerbegebiet“ steht das Biomasse-Heizkraftwerk der Stadtwerke. Es dürfte möglich sein, einen weiteren „Wärmeerzeuger“ ohne großen Aufwand an das Fernwärmenetz anzuschließen.

Diese effiziente Nutzung/Kopplung ist die Zukunft im Bereich Energiewende/Wärmewende. Erste Projekte gibt es bereits. Z.B. im Frankfurter Gallusviertel (In und um Frankfurt entstehen sehr viele Rechenzentren, weil es ein zentraler Punkt in der Internetstruktur ist)

„Die geplanten rund 1.300 Neubauwohnungen sowie Gewerbeeinheiten am südwestlichen Rand des Frankfurter Gallusviertels mit einem Jahresbedarf von 4.000 Megawattstunden (MWh) werden künftig zu mindestens 60 Prozent aus der Abwärme des benachbarten Rechenzentrums versorgt“, erläuterte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann. Bis zu 40 Prozent werden durch die umweltschonende Fernwärme aus den hocheffizienten Heizkraftwerken der Mainova ergänzt.

Mit der Hitze, die in den Serverfarmen entsteht, werden wir 3.000 Menschen mit Wärme versorgen – das ist in dieser Größenordnung deutschlandweit einmalig.“

https://www.mainova.de/de/ihre-mainova/presse-und-politik/pressemitteilungen/2021/innovatives-waermekonzept-fuer-frankfurter-wohnquartier-westville-vorgestellt-76622
Biomasse-Heizkraftwerk Neustrelitz (Fernwärme-Erzeugung)

Zusammengefasst:  In Neustrelitz ist erneuerbarer Strom vorhanden (Höchstspannungsleitung in der Nähe).  Die Wasserversorgung wäre auch gewährleistet. Mit Nutzung der Abwärme und Nutzung neuer Kühltechniken würde auch wesentlich weniger bzw. kaum Wasser verbraucht werden.

Außerdem: Wie man in einer Präsentation der Machbarkeitsstudie des Grünen Gewerbegebiet sehen kann liegt direkt an der angrenzenden Bundesstraße ein Anschlusspunkt an das Transeuropäisches Glasfaser-Hochgeschwindigkeitsnetz.

Der Standort ist also eigentlich wie gemacht für ein Groß-Rechenzentrum!
Wenn der Platz ausreicht (das ganze Gewerbegebiet bietet 90.000 m²).

Im Rechenzentrum sollen 100 Mitarbeiter beschäftigt werden. Das sind in etwa so viele wie im DLR-Standort Neustrelitz arbeiten (110). Die hochqualifizierten Arbeitsplätze im DLR konnten auch besetzt werden. Außerdem wird wohl niemand ernsthaft bestreiten, dass der DLR-Standort ein Gewinn für die Stadt ist.

Bleibt letztendlich noch die Frage nach der Entfernung zu Berlin, um die Daten schnell genug „verschicken“ zu können. Hier ist allerdings auch interessant zu wissen, dass Groß-Rechenzentren selbst in Island stehen (wegen dem niedrigen Kühlaufwand). Im Hinblick auf 5G, autonomes Fahren etc. wäre es für die Seenplatte selbst nicht schlecht schnell angebunden zu sein und nicht auf Berliner Digital-Infrastrukturen angewiesen zu sein.

Höchstspannungsleitung hier bei Alt-Strelitz

In Anbetracht dessen lohnt sich vielleicht doch mal Google oder das Wirtschaftsministerium in Schwerin anzuschreiben. Da hat man vielleicht die Möglichkeiten die entsprechenden Stellen bei Google zu kontaktieren. Gute, hochqualifizierte Arbeitsplätze, mit erneuerbarer Energie gespeist und in einem innovativen Zukunftsbereich… Das sollte doch die Regierung interessieren. Auf jeden Fall ist es sinnvoller als Steuergeld nach Honkong zu schicken.

Kategorien
Bauprojekte und Stadtentwicklung Neustrelitz

Neue Theaterwerkstatt Neustrelitz

In der Theaterwerkstatt werden Bühnenbilder für die Theatervorstellungen der Theater- und Orchester GmbH hergestellt. Bisher waren die Werkstätten in alten, provisorischen Gebäuden untergebracht. Schlosser, Tischler, Maler, Kascheure und Dekorateure sollen im neuen Areal bessere Arbeitsbedingungen bekommen. Außerdem werden die Gewerke hier unter einem Dach vereint.

Eine rund 1000 Quadratmeter große Halle mit Werkstätten sowie Büro- und Lagerräumen.  Mit Verladerampen, Umfahrung, Grünanlagen und Ausgleichsflächen beträgt die Gesamtfläche des Areals rund 4.500 Quadratmeter.

Die Grundsteinlegung war am 24.11.2020. Die Fertigstellung ist für Spätsommer 2021 geplant.

Es wurden 3,1 Millionen Euro investiert, mit Hilfe des Landes und der Kommunen.

Die Theatergesellschaft „Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg / Neustrelitz“ (kurz TOG) ist ein Theater mit Spielstätten in Neubrandenburg und Neustrelitz. Dazu gehören das „Landestheater Neustrelitz“, das Schauspielhaus Neubrandenburg und die Konzertkirche Neubrandenburg. Als Mehrspartentheater bietet es Schauspiel, Musiktheater und betreibt die Neubrandenburger Philharmonie. In Vor-Corona-Zeiten gab es bis zu 120 000 Besucher je Spielzeit.

Kategorien
Neustrelitz Orte des Verfalls Stadtbild

Orte des Verfalls: Innenstadt-Zierker Straße

Die Zierker Straße, der Hauptweg vom Zentrum Richtung Norden. Hier prägen noch einige Gebäude mit Verfallserscheinungen das Stadtbild.

Zierker Straße 61

Leeres, verfallenes Gebäude. An der Straßenfassade ist der äußere Putz entfernt und kleine Sicherungen mit Metallbändern sind zu erkennen (gesehen am 6.10.2021). Das deutet darauf hin, dass es nicht komplett sich selbst überlassen ist.

Zierker Straße 57 und 58

Leeres, verfallenes Gebäude auf dem noch die alten Antennen aus DDR-Zeiten zu sehen sind. Doppelgebäude, links ist die Nummer 57, rechts die 58. Sehr stark sanierungsbedürftig. In der Nr. 57 befand sich ein kleines Geschäft. Die Tür dorthin war im Frühjahr noch teilweise zerstört, Stand 6.10.2021 mit eine Spanplatte gesichert. Notdürftige Sicherungsmaßnahmen finden also statt. Aus meiner Erinnerung: Etwa im Jahr 2018 stand eine der beiden Hausnummern für ca. 70.000 Euro zum Verkauf. Bei dem Sanierungsbedarf dieses wahrscheinlich denkmalgeschützten Gebäudes war das aber eher ein symbolischer Preis.

Straßensicht der unsanierten Zierker Straße 58
Straßensicht der unsanierten Zierker Straße 57 (linke Hälfte) und 58 (rechte Hälfte)

Zierker Straße 56

Verfallenes Gebäude, das zur Straße in eingerüstet ist (erstmalig gesehen am 31.5.2021). Im Innenhof sieht man, die Baustelle. Am Altbau läuft anscheinend die Entkernung. Auf der Rückseite, zur Mühlenstraße hin wird gerade ein Neubau errichtet. (Ich bin mir nicht sicher, aber möglicherweise gehört der Rückwärtige Neubau zum Gesamtobjekt)

Zierker Straße 56, Straßenfront am 6.10.2021

Zierker Straße 43 (Bauruine)

Bauruine, an der keine Aktivität zu sehen ist. Schade, dass es hier scheinbar nicht weitergeht. Das Gebäude wirkt leider auch etwas deplaziert. Es passt nicht zwischen die Nebengebäude, so bildet es keinen Abschluss zum Dach des mehrgeschossigen Nebengebäude rechts. Außerdem wirken die Dachgauben und der Mittelteil (weiß leider nicht wie das baulich bezeichnet wird) für das Gebäude überproportional groß.

Als Neubau im Außenbereich oder in einem Dorf würde es außergewöhnlich gut passen. An dieser Stelle in der Zierker Straße passt es definitiv nicht richtig ins Stadtbild.

Zierker Straße 43 Umfeld
Zierker Straße 43 Umfeld

Zierker Straße 24

Vorgebäude, sieht nicht genutzt aus. Unsanierte Fassade. Allerdings ist das Dach neu.

Zierker Straße 24 Straßensicht unsanierte Fassade
Zierker Straße 24 Straßensicht unsanierte Fassade

Zierker Straße 47 (Baulücke)

Leeres Grundstück. Bis vor kurzem stand hier noch ein kleineres baufälliges Gebäude. Hier ist zu erwarten, dass in absehbarer Zeit ein Bauprojekt starten wird. Als Baulücke stellt es aber einen Ort des Verfalls dar.

Zierker Straße 47 als Baulücke

Zierker Straße 32b (Baulücke)

Hier ist zu erwarten, dass in absehbarer Zeit ein Bauprojekt starten wird. Als Baulücke stellt es aber einen Ort des Verfalls dar.

Baulücke in der Zierker Straße 32b am 31.05.2021
Kategorien
Neustrelitz Orte des Verfalls Stadtbild

Orte des Verfalls: Innenstadt-Schlossstraße

Die Schlossstraße in Neustrelitz ist sicher einmal als Prachtstraße angedacht gewesen. Eine lange Zeit war sie das auch. Die Gebäude aus dieser Zeit stehen fast alle auch noch. Dennoch ist die Straße heute vor Allem durch Verfall geprägt. Es gibt auch positive Entwicklungen wie das Kulturquartier in der alten Post und demnächst die Ehrenamtsstiftung im Carolinenpalais. Sie bleibt aber die am schwersten durch die Zeit getroffene Straße in der Innenstadt. Hier stelle ich die Schlosstraße 5, Schlosstraße 6 und Schlosstraße 14 vor.

Schlosstraße 5

Baujahr 1885 steht oben am Portal. Also klassische Gründerzeit. Die heutige Fassade wirkt schlicht, aber auch prächtig. Ich frage mich, ob sie beim Bau auch schon so wenig Details hatte. Der braun-graue Putz heute lässt das Gebäude hässlich erscheinen. Es wäre aber nach einer Sanierung ein sehr ansehnliches Gebäude, das man durchaus in einer Schlossstraße erwarten kann.

Schlossstraße 6

Die Schlosstraße 6, mit seinem Innenhof und dem Hofgebäude ist wohl der interessanteste Ort des Verfalls in der Schlossstraße. Das liegt auch daran, dass man hier lange Zeit einfach in den Innenhof gehen konnte.

(Das Gebäude steht gerade am Anfang einer Totalsanierung. Meinen Beitrag hier werde ich bald aktualisieren)

Das Gebäude wurde 1738 gebaut. Es stammt also aus den allerersten Jahren der Stadtgründung. Gegen Ende des 19 Jahrhunderts wurde es umgebaut. Ich schätze, dass es vor Allem Innen umgebaut wurde und die Straßenfassade nicht sehr verändert wurde. Zu DDR-Zeiten gab es sicher viele separate Wohnungen im Gebäude. Das bemerkt man an den vielen einzelnen Bädern und Kachelöfen. Im ehemals herrschaftlichen Haus wurden in der Nachkriegszeit improvisierte Wohnungen hergerichtet. Das kenne ich bereits von Gutshäusern in den Dörfern. Nach der Wende Leerstand. Der Verein des „Kunsthauses“ wurde hier gegründet. Dieser ist aber mittlerweile in die Schlossstraße 2 umgezogen. (Dieses Gebäude wirkt auch wie ein Kandidat für diese Seite, ist aber in Nutzung – deshalb steht es nicht hier). Das Hauptgebäude der Schlossstraße 6 steht voller Gerümpel, ist teils schmutzig, man kann sich aber leicht bewegen. Das Nebengebäude im Hof ist in einem extrem schlechten Zustand. Das Dach ist teils abgedeckt, das Holz verrottet und Decken sind teils schon eingestürzt.

Aktualisierung vom August 2021: Stand Juni 2021 war der Eigentümer der Gebäude, wohl im Ausland, nicht kontaktierbar. Ihr Zustand schadet der Attraktivität der Stadt. Es gab keine Handhabe daran etwas zu ändern, Briefe von Behörden wurden lediglich in den halboffenen, zerstörten Briefkasten gesteckt. Anfang August 2021 tut sich etwas auf dem Gelände: Es wurde ein Tor eingebaut, dass den Innenhof zur Straße hin absperrt. Ich habe am 4.8. einen arbeitenden Bagger auf dem Innenhof gesehen. Am 9.8. war durch die Fenster zur Straße hin zu sehen, dass der Sperr- und sonstige Müll im Inneren ausgeräumt wurde!

Die Innenaufnahmen sind im Juni 2021 entstanden, als Grundstück und Gebäude verlassen und ungesichert Gebäude waren. Mittlerweile ist die Situation anders.

Schlossstraße 14

Ein zweistöckiges Gebäude, das direkt neben dem Kulturquartier steht. Es wirkt behäbig, plump, wie ein massiver Stein. Anfang des 20. Jahrhunderts war die Fassade strukturiert. Möglicherweise verbirgt sich hinter dem Putz mutmaßlich aus DDR-Zeiten noch die alte Fassade. Auf den alten Ansichten sollte man sich allein den Torbogen rechts neben dem Gebäude ansehen! Es befand sich in dem Gebäude der „Hofphotograph C. Wolff“, auch „Buchdruckerei“ kann auf einer alten Ansichtskarte erkennen.

Schlossstraße 14, Straßenseite im Mai 2021
Alte Ansicht der Schlosstraße
Colorierte Gesamtansicht der Schlossstraße Anfang des 20. Jhd. rechts die Nummer 14

Was ich für meine Seite recherchiere, erkunde und veröffentliche mache ich aus privatem Interesse. Dieses Interesse ist aber auch Auslöser dafür, dass ich Stadtführungen in Neustrelitz anbiete.

Kategorien
Neustrelitz Orte des Verfalls Stadtbild

Orte des Verfalls: Übersicht

Verfallene Orte haben zwei Aspekte. Zum Einen sind sie ein Missstand. Mitten in einer Stadt zeigen sie an, dass etwas nicht stimmt und im wahrsten Sinne des Wortes faul ist. Anstatt Leben gibt es da Zersetzung und Niedergang. Zum Anderen aber sind es auch besondere Orte mit eigener Ästhetik und Faszination. Sie sind weder üblich genutzte Orte noch reine Siedlungsreste. Sie sind ein „undefinierter Zwischenzustand“.

Ich interessiere mich für beide Aspekte und möchte im Sinne meines Neustrelitz-Monitors eine Übersicht schaffen über diese Orte in Neustrelitz. Sei es die Schlossstraße, das Domjüch-Areal, der ungenutzte Schlachthof oder der Große Spiegelberg. Ob ungenutzer Raum, allgemeines Stadtbild oder Denkmalschutz. Das Thema ist für Neustrelitz sehr relevant.

bisher beschriebene Gebäude und Bereiche

Karte

weitere Gebäude und Bereiche folgen

  • Innenstadt-Stern
    • Seestraße 28
Kategorien
Bauprojekte und Stadtentwicklung Neustrelitz

Zierker See: Sanierung und Restaurierung

Das Problem mit dem See

Der Zierker See prägt Neustrelitz auf verschiedenen Ebenen wesentlich. Nicht nur heute ist es angenehm an einem See zu wohnen. Die natürliche Landschaft hatte dazu beigetragen, dass die Stadt zwischen Zierker und Glambecker See gegründet wurde. Auch beim Wassersport und Tourismus hat die Stadt dem See Einiges zu verdanken.

Leider hat die Stadt dem See wiederum nicht gut getan. Er ist heute ein Problemfall und weit von einem natürlichen Zustand entfernt. Zwar ist er von Natur aus ein Flachwassersee, jedoch ist die heutige Wassertiefe von durchschnittlich 1,6m eine Folge menschlicher Eingriffe. Auch wenn der Zierker See im natürlichen Zustand trüb und nicht klar ist, ist er heute besonders schlammig. In ihm gibt es zu viele Nährstoffe, das ökologische Gleichgewicht ist gestört. Zum Baden ist der Zierker See seit einigen Jahrzehnten ungeeignet.

Ursache und Lösung

Am Anfang der menschlichen Einflüsse stand der Bau des Kammerkanals 1843, der den Seespiegel abgesenkt hat. Später gab es einen zu hohen Nährstoffeintrag. Einerseits durch Düngereinsatz in der Landwirtschaft, andererseits durch städtisches Abwasser. So wurde das Abwasser der Stadt anfangs ungeklärt in den See eingeleitet und erst 1970 gab es erste Maßnahmen an der städtischen Kläranlage. Die Wasserqualität verschlechterte sich jedoch immer weiter.

Die Stadt versucht diesem Problem der Euthropierung, Nährstoffanreicherung in einem Ökosystem, seit den 1990ern verstärkt zu begegnen. Es soll die Wasserqualität erhöht und der natürliche Zustand wieder hergestellt werden.

Im kleinen „Hafenbecken“ an der weißen Brücke sieht man es besonders gut

Was ist Seentherapie?

Als Seentherapie werden Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustandes von Seen zusammengefasst. Wenn in den Medien über den Zierker See berichtet wird findet man einerseits den Begriff „Sanierung“ und anderseits den Begriff der „Restaurierung“. Laut Wikipedia sind beides Teilgebiete der Seentherapie. Dabei bezeichnet die Sanierung von Seen Maßnahmen außerhalb des Sees, um ihn von schädlichen Einflüssen zu entlasten (z.B. Verbesserungen der städtischen Abwasserklärung). Bei der „Restaurierung“ geht es im Maßnahmen innerhalb des Sees (Bestandsregulierung von bestimmten Pflanzen  und Tieren, Schlamm ausbaggern).

Dabei macht es Sinn zuerst mit der Sanierung zu beginnen, also zu verhindern, dass überhaupt zu viele Nährstoffe in den See gelangen, bevor man mit der Restaurierung die Folgen beseitigt. Am Zierker See wird beides gemacht, es gibt Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen.

Maßnahmenüberblick

bereits erfolgt:

  • Abwasserklärung der Stadt verbessern (Kläranlage, Abwassersystem), damit weniger Nährstoffe eingetragen werden. 1993 wurde eine neue Kläranlage fertiggestellt. 2005 wurde eine Versickerungsanlage für geklärte Abwässer gebaut. Das Kanalnetz wurde saniert und ein Regenrückhaltebecken gebaut.
  • Pflanzen und Fische (biologische Änderungen, Entnahme und Besatz bestimmter Arten). So wurden 2016-2020 Silber- und Marmorkarpfen abgefischt.

Angedachte Maßnahmen:

  • weitere biologischen Änderungen erfolgen (Entnahme von Schlamm aufwirbelnden Gras- und Silberkarpfen, Einsetzen von wasserfilternden Muschelkulturen und einen vor Fischen geschützten Bereich für Wasserpflanzen)
  • Polder-Flächen im nordwestlichen Uferbereich renaturiert werden (Ein Polder ist ein eingedeichtes niedrig gelegenes Gelände in der Nähe von Gewässern. Im Falle des Zierker Sees ist es der Polder Torwitz, der durch Entwässerungsgräben und ein Schöpfwerk zur Ableitung des Wassers künstlich angelegt ist.)
  • Nährstoffeinträge reduziert werden (wenn klar ist woher die Nährstoffeinträge stammen)
  • Phosphatfällungen eingesetzt werden (falls die anderen Maßnahmen nicht wie gewünscht wirken)

[Phosphatfällungen waren schon in der Vergangenheit angedacht, jedoch gab Befürchtungen, dass dies dem Fischbestand schaden könnte. Die zuständigen Behörden erteilten keine Genehmigung. Diese Bedenken werden von Seiten des Landes aber mittlerweile als wissenschaftlich unbegründet abgewiesen.]

verworfene Ideen

  • Entschlämmung, das Herausholen von großen Mengen Schlamm aus dem See (Das Ausbaggern von Seen hat sich in anderen Seetherapien als nicht zielführend herausgestellt)
  • Ausbaggerung Kammerkanal (im Rahmen einer Bundeswasserstraßensanierung). Hiervon ist aber momentan keine Rede.
  • Weiteres wurde vom Land erwogen, aber ist momentan nicht im Maßnahmenpaket enthalten, wie z.B. die Anstauung des Sees um 20 Zentimeter bis hin zu einem geänderten Schleusenmanagement

Ziele

Ziel ist die Senkung der Nährstoffeinträge bzw. die Phosphor-Konzentration im See. Dazu sollen der Eintrag von Phosphor in den See von jetzt jährlich 600kg auf höchstens 500kg gesenkt werden. Hier muss aber noch erforscht werden woher der übermäßige Phosphor-Zufluss eigentlich stammt.

Daneben soll die Sichttiefe erhöht werden.

Eine kurze Geschichte der Therapie des Zierker Sees

In den vergangenen Jahrhunderten wurde immer wieder in den See eingegriffen. Durch Landgewinnung und den Bau des Kammerkanals hat sich der Wasserspiegel immer weiter abgesenkt. Durch Nährstoffeinflüsse und vor allem die ungeklärte Einleitung von Abwasser (bis 1970) hat sich die Wasserqualität sehr verschlechtert. Seit den 80ern ist er kein Badesee mehr.

In den 1990ern war angedacht Schlamm aus dem See zu holen. Das konnte jedoch nicht finanziert werden. Bereits im Jahr 2000 wurde eine Studie zum Wasserhaushalt, Maßnahmen zur Nährstoffreduktion und einer möglichen Ausbaggerung erstellt. (Ich vermute, dass diese die Grundlage für die Maßnahmen bis 2020 war)

Man hat mit einer Reihe von „einfachen“ Maßnahmen versucht die Wasserqualität in den Griff zu bekommen. Bauliche und technische Änderungen am Abwassersystem sind erfolgt. Eine Maschine oder Anlage lässt sich planen und umbauen. Man braucht technisches Know-How, Geld und Arbeit. Sie funktioniert dann besser. Einen See als organisches System zu verändern ist dagegen eine langwierige, unsichere Angelegenheit. Es wurden Pflanzen und Fische dem See entnommen. Ob genau das erfolgreich war lässt sich kaum messen.

Ende 2020 wurde klar, dass die Maßnahmen, die die Stadt in den letzten Jahren durchgeführt hatte zwar eine leichte Verbesserung der Wasserqualität zur Folge hatten, es jedoch nicht ausreichte. Es sind bereits Fördermittel des Landes eingesetzt worden, jedoch wurde das Land Mecklenburg-Vorpommern nun direkt um Hilfe gebeten. Eine Projektgruppe des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt entwickelte weitere Maßnahmen.

Am 5. August 2021, in einer außerordentlichen Stadtvertretersitzung verkündete Landesminister Backhaus folgendes: Das Land wird eine Sanierung des Sees zu 100% fördern. Konkrete Maßnahmen müssen aber erst noch entwickelt werden. Durch Erfahrungen mit anderen Seesanierungen verspricht das Ausbaggern keine Erfolge, es wird voraussichtlich auf Phosphatfällungen und biologische Maßnahmen hinauslaufen. Im Prinzip war das nichts Neues. Es wurde nur das konkrete Jahr 2027 als Zielmarke genannt, da dieses durch eine EU-Richtlinie zum Gewässerschutz vorgegeben ist. Die Stadt Neustrelitz muss das Projekt anschieben (am wichtigsten: Einen Projektleiter suchen), wird aber keine Kosten tragen müssen.

Im September 2021 wurde die Vereinbarung zwischen Land MV und Stadt Neustrelitz unterschrieben. Die Stadt wird Studien beauftragen, damit ein Maßnahmenpaket erstellt und umgesetzt wird. Das Land wird alle Kosten übernehmen.

Es sollte also ein neuer Anlauf folgen, um die Wasserqualität des Zierker Sees zu verbessern. Antrieb und Finanzierung kommen letztlich von außerhalb Mecklenburg-Vorpommerns. Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie schreibt vor, dass Gewässer in der EU spätestens 2027 in einem guten ökologischen und chemischen Zustand sein müssen. Das Geld dafür kommt zum größten Teil auch aus EU-Mitteln (75%) und Bundesmitteln (15%) und nur 10% aus MV, wie eine Landtagsanfrage ergab.

Im folgenden Jahr 2022 gab es offensichtlich keine wirksame Bearbeitung des Projektes durch die Stadtverwaltung Neustrelitz. Scheinbar gab es vorbereitende Gespräche mit Landesbehörden über den Start von Studien. Diese Untersuchungen wurden aber nicht begonnen. Erst im Januar 2023 gab es Schritte für eine Beauftragung der Untersuchungen (Beratungen im Bauausschuss der Stadtvertretung). Letztlich ist nach der rein bürokratischen Vereinbarung zwischen Bundesland und Stadt, die wenige Tage vor der Landtagswahl 2021 stattfand, eineinhalb Jahre nichts passiert. (Stand Anfang 2023)

Das Land Mecklenburg-Vorpommern geht davon aus, dass teilweise auch 2027 nicht alle Gewässer des Landes den vorgeschriebenen Zustand erreichen. Es bleibt für den Zierker See zu hoffen, dass der Zeitdruck und die finanziellen Mittel aus EU und Bund in den nächsten Jahren das erreichen, was Stadt und Bundesland in den letzten 30 Jahren nur unzureichend geschafft haben.

Trotz der Umweltprobleme bietet der See einen schönen Anblick. Außerdem bekommt man keine gesundheitlichen Probleme wenn man doch einmal ins Wasser fällt.

Diesen Beitrag habe ich am 27.5.2021 veröffentlicht und zuletzt am 17.3.2023 aktualisiert.

Kategorien
Neustrelitz Stadtgesellschaft, Debatten und Meinung

Die Vertretung von Neustrelitz im Landtag

Die Stadt Neustrelitz wird politisch auf mehreren unterschiedlichen Ebenen vertreten. Zum Einen gibt es Abgeordnete im Landtag in Schwerin. Die Vertretung im Bundestag in Berlin ist eine weitere Ebene. Man kann bis ins EU-Parlament gehen.

Wer vertritt Neustrelitz im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern?

Neustrelitz liegt im Landtagswahlkreis Nr. 21.

Zur Zeit wird das Direktmandat im Landtag von Andreas Butzki (SPD) gehalten. Link zur Seite des Landtages.

Bereits seit 1990 sitzt er in der Stadtvertretung von Neustrelitz. Seit 2011 im Landtag und seit 2014 im Kreistag. Daneben sitzt er in diversen Aufsichtsräten, Beiräten, Vereinen und Verbänden.

Wahlwerbung zur Landtagswahl 2021 Andreas Butzki

In welchem Landtagswahlkreis liegt Neustrelitz?

Neustrelitz liegt im Wahlkreis 21 mit dem Namen „Mecklenburgische Seenplatte IV“. Er umfasst die Stadt Neustrelitz, die Gemeinde Feldberger Seenlandschaft, das Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte und das Amt Neustrelitz-Land.

Zu den Landtagswahlen 2021

Wer waren die Direktkandidaten zur Landtagswahl 2021?

Andreas Butzki – SPD
Mitglied des Landtags seit 2011, ursprünglicher Beruf: Lehrer und Schulleiter, 61 Jahre
https://www.andreas-butzki.de/

Andrea Apmann – CDU
berufstätige Mutter von 3 Kindern in Neustrelitz, 54 Jahre
https://www.andrea-apmann.de/

Horst Förster – AfD
Mitglied des Landtages, ehemaliger Richter (ist über die Landesliste in den Landtag eingezogen)

Martin Henze – Linkspartei
Notfallsanitäter beim DRK, Hobbyimker, 40 Jahre

Friederike Fiß – Grüne
Ärztin, Ortsverbandssprecherin der Neustrelitzer GRÜNEN, 33 Jahre

Direktkandidaten der FDP: Christoph Stitz, Freie Wähler: Thomas Pfitzner, dieBasis: Johanna Otte

Dazu sitzt Torsten Kopelin (Linkspartei), der in Neustrelitz sein Wahlkreisbüro hat, im Schweriner Landtag. Er ist über die Linkspartei-Landesliste eingezogen.


Consent Management Platform von Real Cookie Banner