Zierker See Wasser

Zierker See: Sanierung und Restaurierung

Das Problem mit dem See

Der Zierker See prägt Neustrelitz auf verschiedenen Ebenen wesentlich. Nicht nur heute ist es angenehm an einem See zu wohnen. Die natürliche Landschaft hat dazu beigetragen, dass die Stadt an der Stelle gegründet wurde. Auch beim Wassersport und Tourismus hat die Stadt dem See Einiges zu verdanken.

Leider hat die Stadt dem See wiederum nicht gut getan. Er ist heute ein Problemfall und weit von einem natürlichen Zustand entfernt. Er ist künstlich flach und schlammig. Es sind zu viele Nährstoffe im See, das ökologische Gleichgewicht ist gestört. Zum Baden ist der Zierker See seit einigen Jahrzehnten ungeeignet.

Ursache und Lösung

Ursachen sind menschliche Einflüsse. Angefangen durch den Bau des Kammerkanals, der den Seespiegel abgesenkt hat. Später gab es einen zu hohen Nährstoffeintrag. So wurde das Abwasser der Stadt anfangs ungeklärt in den See eingeleitet und erst nach und nach besser aufbereitet.

Die Stadt versucht diesem Problem der Euthropierung (Nährstoffanreicherung in einem Ökosystem) seit den 1990ern zu begegnen. Es soll die Wasserqualität erhöht und der natürliche Zustand wieder hergestellt werden.

Im kleinen „Hafenbecken“ an der weißen Brücke sieht man es besonders gut.

Was ist Seentherapie?

Als Seentherapie werden Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustandes von Seen zusammengefasst. Wenn in den Medien über den Zierker See berichtet wird findet man einerseits den Begriff „Sanierung“ und anderseits den Begriff der „Restaurierung“. Laut Wikipedia sind beides Teilgebiete der Seentherapie. Dabei bezeichnet die Sanierung von Seen Maßnahmen außerhalb des Sees, um ihn von schädlichen Einflüssen zu entlasten (z.B. Verbesserungen der städtischen Abwasserklärung). Bei der „Restaurierung“ geht es im Maßnahmen innerhalb des Sees (Bestandsregulierung  von bestimmten Pflanzen  und Tieren, Schlamm ausbaggern).

Dabei macht es Sinn zuerst mit der Sanierung zu beginnen, also zu verhindern, dass überhaupt zu viele Nährstoffe in den See gelangen, bevor man mit der Restaurierung die Folgen beseitigt. Am Zierker See wird beides gemacht, es gibt Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen.

Maßnahmenüberblick (nicht vollständig)

bereits erfolgt:

  • Abwasserklärung der Stadt verbessern, damit weniger Nährstoffe eingetragen werden (Kläranlage, Abwassersystem)
  • Pflanzen und Fische (biologische Änderungen, Entnahme und Besatz bestimmter Arten)

für die Zukunft gewünscht:

  • Entschlämmung (Herausholen von großen Mengen Schlamm aus dem See)
  • Ausbaggerung Kammerkanal (im Rahmen Bundeswasserstraßensanierung)

[Zum Thema Phosphatfällungen habe ich widersprüchliche Informationen gefunden. Wurden sie bereits durchgeführt, oder sind sie noch gewünscht, oder gab es welche und die Genehmigung wurde nicht verlängert? Hier werde ich bei Gelegenheit mit einer fachlich kompetenten Person sprechen, um das näher zu erforschen.]

vom Land MV erwogen:

Das Land denkt über Maßnahmen nach. So zum Beispiel: Stilllegung des Schöpfwerkes, der Anstauung des Sees um 20 Zentimeter bis hin zu einem geänderten Schleusenmanagement

Eine kurze Geschichte der Therapie des Zierker Sees

[Wann sich die Wasserqualität genau so dramatisch verschlechtert hat konnte ich bisher nicht herausfinden. Typisch wären 1960er bis 1980er.]

In den 1990ern sollte helfen Schlamm aus dem See zu holen. Das konnte jedoch nicht finanziert werden.

Man hat mit einer Reihe von „einfachen“ Maßnahmen versucht die Wasserqualität in den Griff zu bekommen. Bauliche und Technische Änderungen am Abwassersystem sind erfolgt. Eine Maschine oder Anlage lässt sich planen und umbauen. Man braucht technisches Know-How, Geld und Arbeit. Sie funktioniert dann besser. Einen See als organisches System zu verändern ist dagegen eine langwierige, unsichere Angelegenheit. Es wurden Pflanzen und Fische dem See entnommen. Ob genau das erfolgreich war lässt sich kaum messen.

Ende 2020 wurde klar, dass die Maßnahmen, die die Stadt in den letzten Jahren durchgeführt hatte zwar eine leichte Verbesserung der Wasserqualität zur Folge hatten, es jedoch nicht ausreichte. Es sind bereits Fördermittel des Landes eingesetzt worden, jedoch wurde das Land Mecklenburg-Vorpommern nun direkt um Hilfe gebeten. Eine Projektgruppe des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt entwickelt nun weitere Maßnahmen.

Trotz der Umweltprobleme bietet der See einen schönen Anblick. Außerdem bekommt man keine gesundheitlichen Probleme wenn man einmal ins Wasser fällt.