Kategorien
Würzburg-Monitor

Würzburgs Verkehrswende

Eines der großen Projekte in Deutschland ist die Verkehrswende. Dabei stehen größere Städte besonders im Mittelpunkt. Dort möchte immer mehr Menschen angenehm, gesund und mobil leben – was aber mit der Technik und den Konzepten des 20. Jahrhunderts nicht mehr möglich ist. Dazu kommt noch, dass der Verkehr klimaneutral werden soll. Das ist der Beitrag zum anderen großen Projekt, der Energiewende. Bei allen Änderungen soll die Mobilität aber nicht eingeschränkt, sondern noch erweitert werden.

Dieser Beitrag ist Teil meines Würzburg-Monitor und beschäftigt sich mit der Verkehrswende in Würzburg.

Ziele der Verkehrswende

  • Klimaschutz
    (CO2-Neutralität durch Senkung des Energiebedarfs und Nutzung erneuerbarer Energien)
  • Umwelt- und Gesundheitsschutz
    (Reduzierung von Schadstoffen wie NOx, Feinstaub etc. -> mindestens die Grenzwerte einhalten)
  • Lebensqualität in der Stadt
    (mehr Raum für Menschen anstatt Fahrzeuge, weniger Lärm, weniger Stress)
  • Mobilität erhalten und steigern
    (Freie Bewegung von Personen und Gütern. Weniger Stau und mehr Platz für sinnvolle Autofahrten)

Die Erreichung dieser Ziele kann man nicht einfach beschließen, anordnen und in kurzer Zeit umsetzen. Ein viele Jahrzehnte altes System muss umgestaltet werden bekommt und teilweise völlig neue Grundlagen. Würzburg ist hier mittendrin. Es gibt schlechte (viel Autoverkehr) und gute (Existenz einer Straßenbahn) Voraussetzungen. In den letzten Jahren wurden aber bereits konkrete Maßnahmen in die Wege geleitet.

Lösungen

Die Lösungen/Maßnahmen, um die Ziele der Verkehrswende zu erreichen lassen sich in zwei Gruppen aufteilen.

  • Verkehrsmix ändern
    • weniger Autos, mehr ÖPNV, mehr Fahrrad- und Fußverkehr
    • Umbau Infrastruktur dahingehend
  • Emissionen vermeiden
    • Treibhausgase (Klima)
    • Schadstoffe, Lärm, Schmutz (für Gesundheit und Lebensqualität)

Den Verkehrsmix zu ändern trägt in unserer heutigen Situation auch dazu bei Emissionen zu vermeiden. Autos fahren heute fast alle mit Benzin oder Diesel. Weniger davon bedeuten also auch weniger Emissionen. Allgemein muss man aber Verkehrsmix und Emissionen trennen. Denn wenn z.B. jemand von ökostrombetriebener Straßenbahn oder Auto auf das Fahrrad umsteigt, ändert das zwar den Verkehrsmix, aber praktisch nichts am den Emissionen. Das Thema ist komplex, ich orientiere mich aber an Lösungen und konkreten Maßnahmen. Diese lassen sich meiner Meinung nach am besten überblicken, wenn man sie in Verkehrsmix und Emission von Treibhausgasen/Schadstoffen einteilt.

Verkehrsmix in Würzburg

Um die Anteile am Verkehrsmix messen zu können wird der Modalsplit ermittelt. In Würzburg zeigt sich, dass es leichte Veränderungen gab, der ÖPNV aber noch ausbaufähig ist.

Modal Split in Würzburg 2008 und 2017
20082017
Fahrrad- und Fußverkehr35%40%
ÖPNV16%15%
Motorisierter Individualverkehr49%44%
QuelleKlimaschutzkonzept Würzburg 2012MiD 2017

Überblick: Maßnahmen zur Änderung des Verkehrsmix:

Ausbau und Verbesserung ÖPNV: Straßenbahn

Für die Größe der Stadt Würzburg ist es erstaunlich, dass sie eine Straßenbahn hat, bzw. das Netz über die große Zeit der Automobilität in den 1960ern und 1970ern erhalten hat. Die Straßenbahn ist dafür verantwortlich, dass Elektromobilität in Würzburg schon einen großen Anteil hat. Dabei wird mit der Oberleitungsversorgung auch das Problem mit den Batterien vermieden. Es sind 5 Linien im Betrieb und der Ausbau des Netzes ist im Gange oder in Planung.

  • Im Betrieb:
    • Linien 1 bis 5
  • geplant/im Bau:
    • die neue Linie 6 geht gerade durch die Mühlen der Bürokratie
  • Ideen:
    • „Linie 7“, nach Lindleinsmühle und Lengfeld bis zum IKEA
      Für die Zukunft sind bereits Grundstücke reserviert, falls es einmal zu Planungen kommt. Für die Strecke gab es auch die Idee eine Seilbahn zu nutzen.

Planung und Bau von neuer Straba-Infrastruktur dauert lange und kostet viel Geld. Was es bedeutet mitten in einer Stadt, unter deutschen Gesetzen eine Straba zu bauen sehen wir an Linie 6. Der Stadtrat und die Bürger sind sich weitestgehend einig, dass sie so schnell wie möglich gebaut werden muss.

Die Nutzung der Straßenbahn soll auch generell attraktiver werden, so dass mehr Menschen die bereits bestehenden Angebote nutzen oder nutzen können (Barrierefreiheit). Dazu werden 18 neue Straßenbahnen angeschafft. Die ersten werden 2022 fahren. Die neuen Straßenbahnen werden laut Beschluss der Stadt mit WLAN, USB-Ladebuchsen und Klimaanlagen ausgestattet.

Würzburgs Stärken:Würzburg hat eine Straßenbahn. Sie wird mit Ökostrom und bewährter Technik betrieben. Umwelt- und klimafreundlicher geht es kaum. Bequem ist es auch.
Würzburgs Schwächen:Planung und Bau von neuer Straba-Infrastruktur dauert generell lange und kostet viel Geld. Die Linie 6 ist nötig, muss aber viele bürokratische Hürden nehmen.
Maßnahmen:Modernisierung durch Anschaffung neuer Straßenbahn-Züge.
Ausbau der Gleise für Linie 1/5
Durchführung des Planfeststellungsverfahrens für Linie 6
Ideen für weitere Linien werden zumindest diskutiert.

Ausbau und Verbesserung ÖPNV: Busse

In Würzburg gibt es 23 Buslinien mit 80 Bussen, die 301 Bushaltestellen im Stadtgebiet bedienen.

Überplanung des Busnetzes: Das Busnetz ist historisch gewachsen und wurde nie übergreifend geändert. 2017 hat der Stadtrat beschlossen, die Linien zu optimieren. Dazu gehören z.B. auch die Zeiten an denen Busse fahren. An der Überplanung konnten sich alle interessierten Bürger in Bürgerworkshops beteiligen. Dabei wurden im Herbst 2019 Vorstellungen und Wünsche aufgenommen.

Um den Busverkehr attraktiver zu machen wirbt die WVV gerade damit, dass in vielen Bussen bereits kostenloses WLAN vorhanden ist.

Zur Klima- und Umweltfreundlichkeit der Busflotte siehe unten.

(ToDo für mich selbst: Ich werde die Entwicklung der beförderten Personen heraussuchen)

Ausbau und Verbesserung ÖPNV: Tickets und Tarife

Aufgrund einer Initiative der Landesregierung werden 365-Euro-Tickets als „ÖPNV-Flatrate“ für ein Jahr auf den Weg gebracht. In Würzburg wird 2020/2021 ein 365-Euro-Ticket für Schüler und Auszubildene eingeführt.

Auch mit der Einführung des neuen Verkehrsverbunds in Mainfranken wird es Änderungen bei den Tarifen geben.

Bessere Anbindung Umland

Neuer Verkehrsverbund:
Würzburg verhandelt im Moment mit den nahen Landkreisen, um eine neue Verkehrsgesellschaft bzw. Verkehrsverbund auf die Beine zu stellen. Der ÖPNV in Würzburg soll besser mit dem Umland vertaktet werden. Die Tarifstruktur soll einfacher und sinnvoller und die „Großwabe Würzburg“ erweitert werden.

Reaktivierung Bahnhöfe Heidingsfeld:
Um den Regionalverkehr zu fördern sollen neue Bahnhaltepunkte geschaffen werden. Die Bahnhöfe Heidingsfeld West und Heidingsfeld Ost sollen reaktiviert werden. Verzögert sich leider, hier ist die Bahn ausschlaggebend. Momentan wird davon ausgegangen, dass der Ostbahnhof 2022 und der Westbahnhof 2026 wieder in Betrieb gehen werden. Im Stadtrat gibt es einen Antrag, dass sich die Stadtverwaltung mit den Verantwortlichen auf Landes/Bundesebene in Verbindung setzt, um die Reaktivierung zu beschleunigen bzw. verbindlichen Zeitplan zu erhalten. (Antrag der CSU-Stadträte Schubert und La Rosa)

S-Bahnen ins Umland:
Es gibt Ideen, die Bahn-Verbindungen in der Region schneller zu takten und zusammen mit mehr Bahnhaltepunkten in den Umlandsgemeinden und im Stadtgebiet so etwas wie eine S-Bahn einzurichten. Dies müsste zusammen mit der Deutschen Bahn AG (oder anderen Bahn-Anbietern) und dem Freistaat Bayern erarbeitet und beschlossen werden. Es wäre ein Langfrist-Projekt.

Park & Ride

Das Park&Ride-Prinzip ist in Würzburg wichtig, weil es viele Einpendler gibt. Hier ist in den letzten Jahrzehnten wenig passiert und es gibt kein richtiges P&R-System. 2018 hat der Stadtrat endlich die Stadtverwaltung damit beauftragt Standorte zu errichten und zu untersuchen. Sie sollen möglichst am Stadtrand entstehen und ein leichtes Umsteigen in den ÖPNV (vor allem die Straßenbahn) ermöglichen. Damit kann der Autoverkehr in der Innenstadt reduziert werden. Dadurch gibt es weniger Stau es wird weniger Parkraum benötigt, der dann anders genutzt werden kann. Beim Park&Ride gibt es zwei Ansätze: Entweder werden wenige große oder viele kleine P&R-Plätze eingerichtet. In Würzburg wird über wenige Große gesprochen.

  • im Betrieb:
    • die Parkplätze auf der Talavera und dem Dallenberg liegen an Straba-Haltestellen und werden weitgehend wie P&R-Plätze genutzt
  • geplant/im Bau:
  • wird diskutiert:
    • in der Zellerau, gegenüber Bürgerbräu, nahe der Straba-Endhaltestelle
    • nördlich des Hauptbahnhofes, an den Bahnschienen, Ständerbühlstraße/Nordtangente
    • am Ikea
    • am Hubland

P&R ist eigentlich eine sehr guter Baustein für die Verkehrswende – leider wird es erst seit den letzten Jahren ernsthaft angegangen. Auf dem Weg in ein richtiges P&R-System werden gerade die ersten Schritte gemacht und der Bau von P&R-Anlagen beschlossen. Es gibt Ideen, das Parkticket gleichzeitig als ÖPNV-Ticket nutzen zu lassen.

Carsharing

Carsharing ändert erstmal nichts daran wie viel Autos auf den Straßen unterwegs sind. Da hat es eher einen verstärkenden Effekt. Es hat aber einen Nutzen bei der Verteilung des Verkehrsraums. Es kann nämlich Parkraum gespart werden, der sonst durch Autos blockiert ist. Diese Autos warten lediglich auf ihre Anwendung oder das Blockieren des Parkplatzes der Zweck an sich. Weniger Parkraum bedeutet mehr Raum für anderen Verkehr (für Fahrräder genauso wie fahrende Autos). Das stationsbasierte Carsharing-Angebot von Scouter wird gut angenommen. Ständig werden neue Stationen eröffnet. Die WVV kooperiert eng mit dem Anbieter.

Im Städteranking 2019 des Bundesverbands CarSharing liegt Würzburg auf Platz 35 von 151. Zum Zeitpunkt der Datenerhebung gab es 52 CarSharing-Fahrzeuge, was 0,41 Fahrzeuge pro 1000 Einwohner bedeutet.

Ich selbst habe kein eigenes Auto und nutze das Carsharing-Angebot in Würzburg (inklusive CO2-Kompensation). Das Carsharing ist für mich ein Argument in der Einschätzung, dass ich kein Auto benötige.

Individueller Autoverkehr

In den letzten Jahren wurden in der Innenstadt immer mehr Fußgängerzonen ausgewiesen und nach und nach Parkplätze weggenommen. Arztpraxen, Geschäfte, Anwälte, Notare, Veranstaltungen etc. sitzen oft in der Innenstadt (vermutlich auch dort angesiedelt, weil man früher bis an die Tür fahren konnte). Viele Autofahrer erinnern sich noch an die alten Zeiten in denen man gut in der Innenstadt parken konnte und empfinden den weggenommenen Platz als Verschlechterung. Der Aufbau eines Park&Ride-Systems hätte das Problem verkleinern können, jedoch wird daran erst seit 2018 gearbeitet.

Bei der Erreichbarkeit der Innenstadt sollte man immer bedenken, dass das Auto erst seit den 1950/1960ern eine Massenerscheinung ist. Der Platz, der den Autos jetzt genommen wird ist vor etwa 60 Jahren schon einmal den Fußgängern genommen worden, zugunsten des Autos. Das Auto hatte in seiner Zeit, der industriellen Moderne eine absolute Vorrangstellung, die es jetzt wieder verliert. Es wird eines von vielen Optionen zur Mobilität werden.

Beim individuellen Autoverkehr ist sehr viel von persönlichen Entscheidungen der Menschen abhängig. Der Schlüssel, um den Anteil von Autos am Verkehrsmix zu ändern ist der Ausbau von Alternativen im öffentlichen Nah- und Fernverkehr sowie Fahrrad/Pedelec etc. Eine Verschlechterung der Bedingungen bewirkt vor Allem, dass die Stadt, besonders die Innenstadt gemieden wird. Der Autoverkehr findet dann nur woanders statt. Der Verkehr wäre nicht „gewendet“, sondern „teilweise abgeschafft“.

Förderung des Radverkehrs

Fahrradverkehr in Würzburg nimmt zu. Die Radverkehrsinfrastruktur lässt aber noch zu wünschen übrig. In den letzten Jahren wurde der Ausbau zwar angestoßen, aber dies ausgehend von einem niedrigen Niveau. Es gibt immer noch viele Problemstellen.

Kommunales Radverkehrskonzept:
Zwischen 2014 und 2016 wurde ein kommunales Radverkehrskonzept erstellt. Es ist eine umfassende Strategie (92 Seiten), um den Radverkehr sicherer und attraktiver zu machen, damit mehr Wege mit dem Rad zurückgelegt werden. Zunächst wurde die Situation in der Stadt analysiert und Vorschläge gemacht. Seit der Erstellung wird das Konzept Schritt für Schritt „abgearbeitet“. Es wurden mehrere Millionen Euro investiert, um kilometerweise Fahrradwege, Fahrradgaragen und Fahrradgerechte Kreuzungen zu bauen.

neue Radwege 2018: 15 km
neue Radwege 2019: 6 km
neue Radwege 2020: 6 km (geplant?)
(die Zahlen habe ich aufgeschnappt. Quellen werde ich nachtragen)

Oft wurden nur Schutzstreifen angelegt. Das ist nicht ideal, aber eine schnelle Lösung. Zumindest wird mit den einfachen Möglichkeiten angefangen. Da wo Straßen komplett umgebaut werden gibt es auch richtige Fahrradwege. Man braucht nur den Zeller Berg und das Hubland zu vergleichen.

Würzburg hat vor Allem in der Altstadt Schwierigkeiten, weil Straßenbreiten begrenzt sind. Es gibt keinen Platz für zusätzlichen Verkehrsraum und kaum ausgewiesene Fahrradwege. Deshalb ist, ungewöhnlich für Deutschland, der Fahrradverkehr in den Fußgängerzonen erlaubt. Die immer noch ausbaufähige Struktur, Platzmangel, aber auch eine allgemein sinkende Bereitschaft zum Respekt-Geben (im Gegensatz zum Respekt-Einfordern) führen zu Konflikten. Sie entstehen zwischen Radfahrern, Fußgängern und Autofahrern. Ein respektvoller Umgang miteinander ist wünschenswert, sollte eingefordert und auch gelebt werden. Dabei geht es aber um die Bekämpfung von Symptomen. Am Ende können die Ursachen dafür nur mit einer gelungenen Verkehrswende beseitigt werden.

einer der altbekannten „Fahrradwege ins nichts“
neue Markierungen – in Anbetracht der Platzverhältnisse zumindest eine Verbesserung

Außerdem liegt Würzburg in einem Talkessel, es gibt also Hügel die zu überwinden sind. Das hindert noch viele auf das Fahrrad umzusteigen. Die sehr fahrradfreundlichen Städte wie Amsterdam, Kopenhagen oder Münster liegen im Flachland. Erst mit der weiten Verbreitung von E-Bikes werden die Höhenunterschiede ihre abschreckende Wirkung verlieren. Infos der Stadt Würzburg dazu.

Würzburg hat ein System für Leihfahrräder. Die Firma Nextbike bietet insgesamt 70 Räder an 16 Stationen an. Sie werden aber noch nicht häufig benutzt. 2019 wurden im Durchschnitt 410 Mal im Monat ein Fahrrad ausgeliehen. Im Moment wohnen 21% der Würzburger Bevölkerung ca. 5 Minuten von einer Station entfernt. Wegen der geringen Auslastung ist zur Zeit kein weiterer Ausbau geplant. (Quelle hier)

Lastenräder sind (zumindest in der Innenstadt) zum alltäglichen Anblick geworden. Bei der Initiative freies Lastenrad Würzburg kann man sie kostenlos ausleihen. Die Stadt unterstützt finanziell beim Kauf eines Lastenrades und nutzt sie auch selbst (im Gartenamt).

Fahrradgarage an der Talavera. Baujahr 2019.

Im ADFC Fahrradklimatest 2018 hat Würzburg eine Gesamtbewertung von 4,3. In der Städteklasse 100.000 bis 200.000 Einwohner liegt der Durchschnitt bei 4,08. Dieser Test ist eigentlich eine Umfrage und beruht auf den Einschätzungen der Teilnehmer.

Entwicklung der Note über die Jahre + Vergleichsstädte:

TestjahrWürzburgRegensburgGöttingenMünsterWiesbadenHeidelberg
20184,34,03,33,34,43,6
20164,43,73,33,14,63,6
20144,43,93,42,54,63,7
20124,54,03,82,64,63,7

Ich fahre selbst viel Fahrrad in der Stadt und merke, dass sich sehr viel geändert hat. Ich bin gespannt auf die Note 2020.

Hier: Infos der Stadt zum Fahrradverkehr und jüngste Beschlüsse der Stadt zum Fahrradverkehr.

Güterverkehr

Bundesstraße (Südring) für Durchgangsverkehr gesperrt. Da das Verbot nach Einschätzung einiger nicht eingehalten und kontrolliert wird ist der LKW-Verkehr dort immer wieder ein Thema.

Der Lieferverkehr in der Innenstadt ist an Werktagen bis zum Nachmittag massiv. Die Anlieferungen für Geschäfte, Gewerbe, Gastronomie etc. brauchen viel Platz und verursachen Lärm, Stress und Emissionen. Darunter sind auch die vielen Paketdienste, die bisher in Würzburg noch keinen großen Beitrag zur Energie-/Verkehrswende geleistet haben. Für die Belieferung der Geschäfte in der Innenstadt gibt es noch keine praktikable Lösung. Lastenräder und Güter-Straßenbahnen hätten eigene Probleme. E-Mobilität löst das Problem der lokalen Emissionen, jedoch wird die Erneuerung von Transportern und LKW eine ganze Zeit brauchen. Der Markt für diese Fahrzeuge bildet sich erst.

Es gibt im Stadtrat Diskussionen darüber Pakete und Waren an einem zentralen Ort, verpflichtend für alle Paketdienste, zu sammeln und dann mit Lastenrädern oder Ähnlichem zu verteilen. Es gab aber Zweifel an der Leistungsfähigkeit und praktischen Umsetzung.

Direkte Verringerung von Emissionen

Überblick: Maßnahmen zur Verringerung von Treibhausgasen und Schadstoffen

  • Verkehrsflusssteuerung (weniger Emissionen durch weniger Stau)
  • Emissionen der Busse in der Stadt verringern
    • Nachrüstung von Bussen, damit sie Emissionsstandard EURO-6 erfüllen
    • Anschaffung erster Elektrobusse
  • Green City Plan als übergreifender Plan
  • Einbeziehung der Stadtverwaltung
    • vorrangige Anschaffung von Elektrofahrzeugen (2019 waren 30-35 E-Fahrzeuge im Fuhrpark)
    • nutzt Carsharing
    • das Gartenamt arbeitet mit Lastenfahrrädern

Strabas und Taxis

Die Straßenbahn ist ein großer Vorteil für Würzburg. Städte ohne Straba sind mit der Einführung von Elektrobussen erst ganz am Anfang den ÖPNV auf Elektroantrieb umzustellen und haben dabei noch die Probleme mit Ökobilanz (Batterietechnologie) und Bau einer Lade-Infrastruktur.

ToDo: Was tragen die Taxis zum Klimaschutz/Umweltschutz bei?

Bei den Strabas lässt sich nichts Wesentliches verbessern. Sie werden ohne Batterie, direkt mit Ökostrom angetrieben. Deshalb ist hier ja der Fokus auf dem Ausbau. Bei den Bussen dagegen ist das Stadtgebiet gut erschlossen. Verbesserungen natürlich immer möglich, deshalb gibt es ja die Optimierung von Buslinien und Takten. Der Fokus liegt hier bei Klimaschutz/Schadstoffe. Die Busse fahren momentan mit Dieselmotor.

Städtischer ÖPNV: Busflotte

Bei der Beurteilung, wie „sauber“ ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor ist, gibt es die europäischen Abgasnormen. Für Busse ist zur Zeit die Abgasnorm Euro-6 die höchste Stufe.

Laut WVV sind momentan 80 Busse im Fuhrpark des Würzburger Bus-Betreibers „NVG“. Im Moment werden alle mit einem Dieselmotor betrieben. Im Jahr 2019 erfüllten davon bereits 34 die Euro-6-Norm und 26 wurden mit Stickstofffiltern (NOx) nachgerüstet, so dass sie annähernd die Euro-6-Norm erreichen. Was den Ausstoß an Luft-Schadstoffen betrifft sind diese Diesel-Busse also auf dem neuestem Stand, d.h. emissionsarm.

ToDo für mich: Wie sieht es mit den etwa 20 restlichen Bussen aus? Laut NVG erfüllen alle Busse, die ab 2008 gekauft wurden, die Euro-5-Norm. Alle seit 2015 gekauften Busse erfüllen die Euro-6-Norm. Sind noch Busse im Einsatz, die vor 2008 gekauft wurden und noch nicht nachgerüstet wurden?

Schadstoffe sind das eine, Treibhausgase wie CO2 sind aber das andere. Diese werden von der Euro-Norm nicht berücksichtigt, denn da gibt es andere Richtlinien. Um den Busverkehr emissionsfrei zu gestalten sind andere Antriebe nötig.

Demnächst steht in Würzburg die Anschaffung der ersten Elektrobusse an! Sie werden wie die Straba mit Ökotrom fahren. Der Busbetreiber NVG hat dazu im Stadtrat die Details zum Pilotprojekt und auch die Pläne danach veröffentlicht. Ab Juni 2020 werden die ersten 2 Busse mit Elektroantrieb fahren. Mit ihnen sollen Erfahrungen für eine große Bus-Flottenerneuerung gesammelt werden. Sie sollen primär auf den Linien 6 und 16 als Nachtbus fahren. Wenn „alles nach Plan läuft“ wird folgendes in den nächsten Jahren passieren:

  • 2020: Anschaffung von 2 Elektrobussen und 2 Ladestationen
  • 2021: weitere 3 Elektrobusse und 2 Ladestationen
  • 2022: weitere 3 Elektrobusse
  • 2023: weitere 4 Elektrobusse und 2 Ladestationen
  • 2023: weitere 6 Elektrobusse und 2 Ladestationen

Im Jahr 2024 werden dann bei einer Busflotte von ca. 91 Fahrzeugen ca. 18 Fahrzeuge vollelektrisch sein, was einer Quote von ca. 20 % entspricht.

NVG, aus dem Protokoll zur Vorlage – 01/0100-1022/2019 aus dem Stadtrat Würburg

Die Busse des polnischen Herstellers Solaris werden mit Batterie fahren und im Busdepot aufgeladen. Zur Zeit ist dieses im Gewerbegebiet am Heuchelhof. Um die zu erwartende Menge an Bussen zu laden wird mittelfristig ein neues Busdepot notwendig.

Umstellung von Autos

Die Autos und LKWs in Würzburg sind der Hauptgrund, dass Würzburg sein selbstgestecktes Ziel von 50% CO2-Reduzierung 2020 gegenüber 1990 mit Sicherheit nicht erreichen wird. Wie überall in Deutschland hat der Autoverkehr leicht zugenommen. Wirtschaftswachstum und Bevölkerungszunahme sind die Gründe. Beim Autoverkehr muss also am meisten getan werden. Durch die Änderung des Verkehrsmix, wenn weniger Autofahrten stattfinden ist schon einmal viel erreicht. Für eine umfassende, flexible Mobilität sind aber Autos nötig, auch im privaten Eigentum. Sie werden in Zukunft weniger genutzt, werden uns aber erhalten bleiben. Jedoch angetrieben ohne fossile Energieträger.

Durch das Kraftfahrtbundesamt kann man erfahren, dass am 1.1.2019 in der Stadtregion/Ballungsgebiet Würzburg 233.303 privat zugelassene PKW gab. Davon waren 706 Elektro-Autos bzw. Plug-In-Hybride. Das entspricht rund 30 E-Autos auf 10.000 PKW. Die Zahlen sagen erst einmal nicht viel aus. Es ist aber der dritthöchste Wert in ganz Deutschland. Die Region Würzburg hat also eine der höchsten Dichten von privat zugelassenen E-Autos.

StadtregionAnzahl E-Autos pro 10.000 PKW
München35
Stuttgart33
Würzburg30
Nürnberg27
Regensburg26
Frankfurt/Main, Freiburg/Breisgau25
(Deutschlandweit)18
Anzahl Autos mit Elektro und Hybrid-Antrieb je 10.000 am 1.1.2019
am WVV-Parkplatz

(Öffentliche Ladesäulen gibt es schon einige. Wie viele werde ich noch recherchieren.)

an der Haugkirche

Die Stadt stellt Ampeln um, so dass durch eine intelligente Ampelsteuerung der Verkehrsfluss verbessert wird. Dabei wird der Verkehr an einer Kreuzung und darüber hinaus analysiert und dann Schaltzeiten optimiert, sowie mit Induktionsstreifen in den Straßen gemessen wo gerade Autos stehen. Das passiert nach und nach. Eine einzelne komplizierte Kreuzung braucht lange Zeit (die simple „grüne Welle“ ist übrigens veraltet, reicht heute nicht mehr aus und wird gar nicht mehr eingesetzt). Am Ende soll das alles weniger Stau bedeuten: Und weniger Stau, bedeutet wiederum: Weniger Emissionen, Lärm und Stress.

Fernverkehr

Der Fernverkehr berührt Würzburg über die Autobahnen A3 und A7 sowie mit den Hauptbahnhof, mit Fernzügen und Fernbussen. Es gibt beim Fernverkehr aber nicht viele Einflussmöglichkeiten für die Stadt. Hier sind andere Ebenen entscheidend. Zum einen Behörden und Unternehmen (Autobahndirektion, Deutsche Bahn AG, Flixbus). Zum Anderen die Bürger selbst, wenn sie entscheiden welches Verkehrsmittel sie für Wege außerhalb der Stadt nutzen. Klimafreundliches Reisen mit der Bahn ist durch die zahlreichen ICE-Verbindungen möglich. Das wäre ein Beitrag zur Änderung des nationalen Verkehrsmix.

Man kann nur feststellen was sich entwickelt.
Autoverkehr: Der Autobahn-Tunnel am Heuchelhof wird die Lärmbelästigung eindämmen.
Zugverkehr: Der Hauptbahnhof wird nach und nach umgebaut und dadurch attraktiver. Vor Allem die alte Gleisunterführung macht wenig Lust auf Zugreisen. Die neue Unterführung hingegen schreckt zumindest nicht ab.

Ein Vergleich… | Foto: Robert Behrendt

Fernbus-Verkehr: Der Fernbus-Bahnhof ist im Moment ein Provisorium: Wo in Zukunft ein geeigneter Fernbus-Bahnhof entsteht ist aber noch nicht entschieden.

Übergreifende Maßnahmen der Stadt

Allgemein kann man sagen, dass die Stadt nach folgendem Prinzip arbeitet:

  1. Der Stadtrat beauftragt eine Konzepts bzw. Strategie
    (z.B. Radverkehrskonzept, Green City Plan, etc.)
  2. Entweder die Stadtverwaltung Würzburg oder externe Berater erstellen das Konzept mit Analysen und konkreten Handlungsempfehlungen
    (z.B. die Notwendigkeit eines Fahrradweges von Stadtteil X nach Y)
  3. Der Stadtrat bzw. ein bestimmter Ausschuss prüfen, diskutieren und entscheiden über die einzelnen Maßnahmen im Konzept
    (z.B. den fahrradfreundlichen Umbau einer bestimmten Kreuzung, weil sie auf dem Weg für Fahrradfahrer von Stadtteil X nach Y liegen)

Maßnahmen der Stadtverwaltung

Die Stadtverwaltung beschafft, wenn möglich nur noch Elektrofahrzeuge. Beim Kauf von Nutzfahrzeugen ist das allerdings mangels passendem Angebot schwierig. Im Jahr 2019 waren 3-35 Elektrofahrzeuge im Fuhrpark der Stadtverwaltung.

Die Stadtverwaltung nutzt darüber hinaus selbst das Carsharing in der Stadt. Im Gartenbauamt wird außerdem ein Lastenfahrrad genutzt.

Da die Stadtverwaltung bis 2030 völlig klimaneutral sein soll („Klimaversprechen“) wird sich hier sicher noch einiges tun. Im Prinzip muss zur Erreichung dieses Ziels auch die Verkehrswende in der Stadtverwaltung abgeschlossen sein.

Green-City-Plan

Der „Green City Plan“ ist ein übergreifendes Konzept zur Schadstoffreduzierung. Er wurde aufgestellt, weil bis 2016 die NOx-Grenzwerte an der Würzburger Messstation überschritten wurden. Er konnte durch Mittel des Bundeshaushaltes finanziert werden und hat auch die Beteiligung von Bürgern mit eingeschlossen. Die dort ermittelten Möglichkeiten dienen dem Stadtrat als Diskussions- und Entscheidungsgrundlage.

Beschluss zur Verkehswende

(Informationen dazu folgen)

Werden die Schadstoffgrenzwerte eingehalten?

Der berühmt berüchtigte Schadstoff-Grenzwert beträgt 40 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel. In Würzburg wird am Stadtring Süd gemessen. Bis 2016 wurde der Grenzwert noch überschritten. Seitdem sinkt die Schadstoffbelastung laut Umweltbundesamt stetig.

Messstation Würzburg/Stadtring Süd20152016201720182019*
Jahresmittelwert NO2 in µg/m³4242383330

Der Wert für 2019 ist vorläufig (Stand 20.1.2020). Würde der Messwert überschritten, müsste Würzburg laut Luftreinhalteplan eine Umweltzone einrichten. Das ist aber im Moment kein Thema.

ToDo: Feinstaub und Lärm

Fazit

Die Verkehrswende in Würzburg ist meist nicht sichtbar, weil die großen symbolträchtigen Durchbrüche fehlen. Teilweise läuft es aber auch sehr langsam, weil viele Faktoren eine Rolle spielen.

(hier werde ich noch eine Zusammenfassung der Stärken, Schwächen und Maßnahmen Würzburgs bei der Verkehrswende zusammenschreiben)

Links und Dokumente

https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2020/Staedteprofile/Agora-Verkehrswende_Bewegung_in_Staedten_1-1.pdf (insbesondere Seite 94/95)

Kategorien
Würzburg-Monitor

Würzburgs Energiewende

Hier stelle ich wesentliche Infos zur Energiewende in Würzburg zusammen. Diese Seite gehört zum Würzburg-Monitor.

  1. Chronik der Energiewende in Würzburg, Zielvorgaben der Stadt
  2. CO2-Emissionen in Würzburg
  3. Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien
  4. Fernwärme (Wärmesektor)

Chronik der Energiewende in Würzburg

Diese „Chronik“ erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Zeigt aber was in der Stadt strategisch passiert ist.

2004: Mit der Umstellung des Heizkraftwerkes an der Friedensbrücke erfolgt der Kohleausstieg in Würzburg.

2009: Die Stadt Würzburg beschließt bis 2020 den Treibhausgasausstoß um 50% gegenüber dem Jahr 1990 zu reduzieren.

2012: Mit dem integrierten Klimaschutzkonzept 2012 wurde die Situation in der Stadt analysiert und Maßnahmen entwickelt, um das 2009 festgelegte Ziel von 50% Einsparung zu erreichen. (Langversion, Kurzversion). Außerdem wurde eine Vision für Würzburg 2030 erstellt.

2016: Ein Fortschrittsbericht zu den Maßnahmen aus dem Klimaschutzplan 2012 wird erstellt

2018: Der Green City-Plan wird erstellt und veröffentlicht. Er ist eigentlich auf die Verkehrswende ausgerichtet. Darin enthalten sind Vorschläge für saubere und emissionsarme Mobilität. Mit den Maßnahmen sollen die Schadstoffgrenzwerte (NOx, Feinstaub etc.) eingehalten werden. Ein Teil der Verkehrswende deckt sich mit der Energiewende. Deshalb kann man den Green City Plan auch als Teil der Energiewende begreifen. Dies ist wichtig, denn der Verkehr ist der schwierigste Aufgabe beim Klimaschutz. Nicht nur in Würzburg, sondern in ganz Deutschland.

2019: Ende 2019 erfolgte eine Prognose für das Erreichen des 50%-Ziels. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Daten der Energiebilanz für das Jahr 2018 vor. Die ergaben, dass Würzburg 2018, also zwei Jahre vor dem Zieldatum den CO2-Ausstoß um 40,2% reduziert hat. Das 50%-Ziel wird aber voraussichtlich nicht 2020, sondern erst drei Jahre später erreicht. Daraufhin hat die Stadt zwei weitere Ziele in einem „Klimaversprechen“ konkretisiert. Erstens soll die Stadt bis 2045 klimaneutral werden. Zweitens soll zumindest die Stadtverwaltung bis 2030 klimaneutral arbeiten. Die Anstrengung der Stadtverwaltung ist aber mehr als Vorbild und Symbol zu verstehen. Sie emittiert nämlich nur rund 2% aller Treibhausgase in Würzburg.

Bis Ende 2020 soll ein neues Klimaschutzkonzept erstellt werden.

CO2-Emissionen in Würzburg

CO2-Reduzierung in Würzburg sein 1990 und Ziele bis 2045
CO2-Reduzierung in Würzburg sein 1990 und Ziele bis 2045
JahrCO2-Ausst. in TonnenEinsparung zu 1990Einwohnerpro Einwohner
19901.561.000(Ausgangspunkt)127.77712,2 t / EW
20001.505.0003,6 %127.96611,8 t / EW
20051.115.00029,0 %129.6288,6 t / EW
20101.029.00034,1 %133.799*7,7 t / EW
2015947.00039,3 %124.8737,6 t / EW
2016951.00039,1 %126.0107,5 t / EW
2017950.00039,1 %126.6357,5 t / EW
2018915.00041,4 %127.8807,2 t / EW

Quelle Emissionen: Klimaschutzkonzept Würzburg von 2012, Seite 32 + Fortschrittsbericht Klimaschutz von 2016, Seite 37 + Stadt Würzburg/Fachbereich Umwelt- und Klimaschutz, Einwohnerzahlen aus Wikipedia. *2011 wurde die Bevölkerung neu gezählt. Wie fast überall in Deutschland wurde die Einwohnerzahl nach unten korrigiert. (in einer früheren Version hatte ich vorläufige Zahlen für die Jahre 2014 und 18. Diese habe ich nach einer Anfrage bei der Stadt aktualisiert.

Von 1990 bis 2018 wurde der CO2-Ausstoß in Würzburg um 41,4% reduziert. In ganz Deutschland wurden in diesem Zeitraum die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland um 30,8% reduziert. Im Jahr 2009 hat der Stadtrat ein Ziel von 50% Reduzierung im Jahr 2020 beschlossen (Stadtratsbeschluss vom Dezember 2009). Zur Erreichung dieses Zieles wurde 2012 ein Klimaschutzkonzept erstellt. Die CO2-Bilanz der Stadt lässt sich bisher nur für das Jahr 2018 erstellen. Neuere Daten liegen noch nicht vor. 2019 ging man davon aus, dass das 50%-Ziel der Stadt Würzburg nicht ganz erreicht werden würde. Im Verkehrssektor wurde nicht genug eingespart. Bedingt durch die Corona-Einschränkungen ist das Ziel aber greifbar.

Der Rückgang der Emissionen 2005 ist auf die Umstellung des Heizkraftwerks von Kohle auf Gas (GuD) zurückzuführen. 2018 Hatte das HKW noch einen CO2-Ausstoß von 201.000 Tonnen, also 21,5% der Gesamtemissionen Würzburgs (Quelle: WVV-Geschäftsbericht 2018)

Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien

Bei der Stromerzeugung in Würzburg und Umgebung interessiere ich mich nur für das was wirklich hier erzeugt wird. Den Einkauf von Strom, der woanders produziert wird lasse ich bewusst weg.

Laut dem Energie-Atlas Bayern wurde 2017 vom gesamten Stromverbrauch in der Stadt Würzburg 3,5% durch erneuerbare Energien im Stadtgebiet erzeugt. Würzburg braucht als kleine Großstadt viel Strom, hat aber nicht genug geeignete Flächen, um ausreichend erneuerbaren Strom zu erzeugen. Im Stadtgebiet gibt es zum Beispiel kein einziges Windrad, weil es rechtlich nicht möglich ist eines zu errichten.

Dagegen wird im Landkreis Würzburg mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als dort selbst verbraucht wird. Dadurch liegt der Anteil dort bei 112 %. Man kann sich leicht vorstellen, dass die Windräder im Umland der Stadt auch diese selbst versorgen.

Ich habe deshalb eine mit einer ganz einfache Rechnung beides kombiniert. Den Stromverbrauch und Erzeugung von Ökostrom im Landkreis und der Stadt Würzburg. Daraus kann man zwar keinen theoretisch korrekten Wert ermitteln, weil Strom über große Entfernungen geleitet und verbraucht wird. Es ist ein Indikator, um den praktischen Stellenwert von erneuerbarer Stromerzeugung in der Gegend einzuschätzen. Dabei ergibt sich ein Anteil von 53,7 % erneuerbarer Stromerzeugung, gemessen am Stromverbrauch.

Anteil von erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch in Würzburg (Stand 2017)

Etwa 2/3 des Stroms wird im Kraftwerkspark der WVV mit Gas und Müll erzeugt.

  • Gesamtstromverbrauch 2017: 681 GWh
  • Stromerzeugung durch die WVV 2017: 455 GWh
    (davon 371 im HKW, 6 im BHKW, 78 im MHKW) Details dazu unter „Fernwärme“ (Quelle: WVV Geschäftsbericht 2018, Seite 75)

Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen finden auf den zahlreichen Photovoltaik-Anlagen auf Dächern und Flächen in der Stadt statt. Die Stadt hat eine Karte erstellt auf der man sehen kann an welchen Stellen sich eine PV-Anlage besonders lohnt.
Außerdem gibt es ein kleines Wasserkraftwerk unterhalb der Alten Mainmühle. Dort werden 6,5 GWh jährlich erzeugt (ca. 1% des Stromverbrauchs).
Auch im Klärwerk (Zellerau) wird Strom erzeugt. Seit dem Bau der neuen Faultürme sind die Kapazitäten noch gestiegen.

(Zur Stromerzeugung konnte ich bisher keine weiteren Zahlen recherchieren. Wer kann helfen? Wie hoch ist der Anteil erneuerbarer Stromerzeugung in Würzburg? Wenn möglich ausgesplittet in Wasser, Solar, Wind, Bioenergie)

Fernwärme

Das Heizkraftwerk an der Friedensbrücke ist ein modernes und hocheffizientes Gas-und-Dampfturbinenkraftwerk. Die WVV erzeugt dort Strom und Fernwärme. Dadurch, dass beides gleichzeitig erzeugt wird (Kraft-Wärme-Kopplung), wird 20% weniger Energie benötigt als bei getrennter Erzeugung. Das Heizkraftwerk wurde 1954 errichtet und mehrfach umgebaut. So wurde 2004 vom Energieträger Kohle auf Gas umgestellt. Damit wurde Würzburg Kohleausstieg schon vor vielen Jahren vollzogen. Erdgas ist zwar ein fossiler Energieträger, im Vergleich zu Öl oder Kohle wird aber weit weniger CO2 ausgestoßen. In Würzburg wird das auch noch Gas besonders effizient genutzt. Langfristig kann Erdgas auch durch erneuerbar produziertes Gas ersetzt werden. Im Moment ist der CO2-Ausstoß des HKW noch wesentlich für Würzburg (2018: 21,5%).

Elektrische Leistung: 125 MW: Das entspricht etwa 39 durchschnittlichen Windkraftanlagen, wenn sie ihre maximale Leistung bringen (3,2 MW Nennleistung, also unter optimalen Bedingungen)
Thermische Leistung: 425 MW: Damit werden Privathaushalte, Firmen und öffentliche Einrichtungen mit Fernwärme beliefert.

Weil es mitten in der Stadt liegt gibt es aber noch etwas anderes zu berücksichtigen… Im Jahr 2005 wurde die Fassade umgestaltet, um das Kraftwerk in die Umgebung zu integrieren. Die Meinungen zur Optik des Heizkraftwerkes sind geteilt. Die Fassadengestaltung hat aber bereits Architekturpreise gewonnen.  2008: „Best Architects 08“ Gold in Kategorie „Gewerbe- und Industriebauten“, 2013: „Iconic Awards 2013“, Sieger in „Product Facades“.

Das Heizkraftwerk an der Friedensbrücke in Würzburg
Das Heizkraftwerk an der Friedensbrücke | Foto: Robert Behrendt
HKW 2020, Wärmespeicher im Bau

Modernisierung 2020: Das Kraftwerk hat 2 Turbinen. Die erste wird jetzt modernisiert. Sie wird damit produktiver und umweltfreundlicher. Es geht weniger Energie verloren. Außerdem wird ein Wärmespeicher eingebaut. Es ist ein Heißwasserspeicher mit 2800 Kubikmetern Kapazität, mit dem die Wärme zwischengespeichert und bei Bedarf abgegeben werden kann. Diese Umstellung passt auch gut zum Fernwärmenetz, dass gerade von Wasserdampf auf Heißwasser umgestellt wird. Der Heißwasser-Speicher ist auch eine Möglichkeit, um in Zukunft auf Power-to-Heat zu setzen. Das bedeutet, per Sektorkopplung mit erneuerbar produzierten Strom Wärme zu erzeugen. Der Umbau läuft bis 2021. Insgesamt ist es ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zur Klimaneutralität.

Regelleistung: Außerdem hat das Kraftwerk Bedeutung für die Energiewende in ganz Deutschland. Es erbringt Regelleistung, um die Schwankungen auszugleichen, die durch die Nutzung von Solar- und Windenergie anfallen. Wenn zu wenig Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wird kann das Kraftwerk Würzburg seine Leistung in 5 Minuten hochfahren. Wenn der Wind stark bläst und die Sonne die Solaranlagen hoch auslastet kann das Kraftwerk seine Stromerzeugung schnell herunterfahren. Mit diesen Ausgleichen wird auch Geld verdient. Es werden auch andere Kraftwerksbetreiber in ganz Deutschland beraten, um das gleiche zu tun. Gesteuert aus Würzburg.

Das Fernwärmenetz in Würzburg hat eine Länge von 54 Kilometern (!) und wird laufend verlängert und verdichtet. Im Februar 2018 wurden laut WVV 1200 Privathaushalte, Gewerbekunden und öffentliche Einrichtungen dadurch mit Wärme versorgt. Die Fernwärme entsteht fast ausschließlich durch hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung (Wärme und Strom werden zusammen produziert). Zu 80-85% wird Erdgas im genutzt, hauptsächlich im Heizkraftwerk an der Friedensbrücke. Im Müllheizkraftwerk wird 15 bis 20 Prozent der Fernwärme erzeugt, dort aber mit dem „erneuerbaren“ Brennstoff Müll. Daneben gibt es noch die kleinen Heizkraftwerke Sanderau und Elferweg, wo aber nur Wärme für Lastspitzen produziert wird.

Dass Würzburg überhaupt ein Fernwärmenetz hat liegt auch an der Zerstörung der Innenstadt 1945. Beim Neuaufbau der Stadt hat man die Gelegenheit genutzt und ab 1951 das Leitungsnetz installiert. Dadurch wollte man auch der Luftverschmutzung durch die damals üblichen Kohleofen entgegenwirken. Durch die Lage im Talkessel war das damals ein Problem.

Seit 2010 wird das Fernwärmenetz von Dampf aus Heißwasser umgestellt. Diese Umstellung soll 2025 abgeschlossen sein. Auch das ist ein Beitrag zum Klimaschutz, denn damit wird die Effizienz bei der Erzeugung gesteigert und Energieverluste beim Transport reduziert.

Möglichkeiten von fossilem auf „grünes“ Gas umzustellen

Um Würzburg zur einer klimaneutralen Stadt zu machen, muss früher oder später der Verbrauch von fossilem Erdgas heruntergefahren werden. Durch das Müllheizkraftwerk wird bereits ein Teil der Energie sozusagen erneuerbar erzeugt. Mit „grünen“ Alternativen zum Erdgas kann man einerseits die zentralen Kraftwerke befeuern, andererseits könnte dieses Gas auch an Nicht-Fernwärmekunden verkauft werden.

Möglichkeit 1 – Biogas aus Energiepflanzen
Wie man im Fortschrittsbericht von 2016 (Seite 39) lesen kann gab es 2009 Pläne eine Biogasanlage am Stadtrand zu bauen. Hier sollten Energiepflanzen wie z.B. Mais vergärt werden, um das so erzeugte Biogas direkt in das Erdgasnetz einzuleiten. 2013 wurden die Pläne aber verworfen, weil die Vergabe von Fördermitteln bundesweit geändert wurde. Darüber hinaus steht der Anbau von Mais für Biogasanlagen in der Kritik (Biodiversität, Explosion der Wildschweinpopulation).

Möglichkeit 2 – Biogas aus Bioabfällen
Es wurde auch geprüft, ob man im Kompostwerk Würzburg (Gattingerstraße, beim Müllheizkraftwerk) ebenfalls Biogas erzeugen kann. Aus Bioabfällen würde also neben dem Kompost zusätzlich Gas hergestellt. Dies wurde aber verworfen, weil die Mengen an Bioabfällen zu gering sind. Außerdem würde dabei der erzeugte Kompost eine zu geringe Qualität haben.

Möglichkeit 3 – Wasserstoff/synthetisches Gas
Mit Power-to-Gas-Technologien kann mittels Strom aus Wasser das Gas Wasserstoff erzeugt werden. Wenn der Strom aus erneuerbaren Energiequellen kommt, dann ist dieser auch noch klimaneutral bzw. „grün“. Meist wird dabei Überschussstrom genutzt. Einerseits kann man Wasserstoff in geringen Mengen in das Gasnetz einleiten und dieses Gemisch wie Erdgas nutzen. Andererseits ist es auch möglich in einem zweiten Schritt daraus synthetisches Methan herzustellen. Das ist chemisch gesehen das Gleiche wie Erdgas. Es ließe sich dann wie das bisherige Erdgas nutzen. Die Technologie in großen, industriellen Maßstäben einzusetzen steht gerade erst am Anfang. So erzeugtes Gas ist noch sehr teuer. Außerdem ist der Wirkungsgrad nicht hoch, weil bei der Umwandlung Strom-Wasserstoff-Methan jedes Mal viel Energie benötigt wird.
Hier hat die Stadt Würzburg noch kein Projekt begonnen. Auch ist noch keine Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht. Sicher wird diese Technologie aber im neuen Klimaschutzkonzept 2020 berücksichtigt.

Weitere Möglichkeiten im Wärmebereich

Power-to-Heat
Wie beim Wasserkocher kann aus Strom Wärme produziert werden. Wenn dabei Überschüsse aus erneuerbarer Stromerzeugung genutzt werden, ist dies eine effektive, emissionsfreie Technologie. Mit dem Einbau des Heißwasserspeichers im HKW an der Friedensbrücke besteht zumindest die theoretische Möglichkeit dazu. Dabei passt PtH perfekt zu einem Gaskraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung. Es kann schnell heruntergefahren werden wenn die Einspeisung von erneuerbar erzeugtem Strom hoch ist. Die Fernwärmebereitstellung kann dann jedoch mit PtH weiterlaufen, z.T. mit sehr geringen Kosten für den Überschussstrom. Dabei wird 100% der Energie in Wärme umgewandelt. Der Wirkungsgrad ist höher als bei Power-to-Gas, weil die Umwandlungen entfallen. Bevor PtG eingesetzt wird ist es also sinnvoller PtH einzusetzen.

(Ob die Nutzung von Power-to-Heat im Würzburger Heizkraftwerk angedacht ist werde ich recherchieren.)

Solarthermie
Es gibt 2 Arten Solarenergie zu nutzen. Mit PV-Anlagen wird Strom erzeugt. Mit Solarthermie dagegen kann man die Sonne zur Bereitstellung von Wärme nutzen. Solarthermie wird meist als „Zusatz“ eingesetzt.

(Zahlen zur Nutzung in Würzburg muss ich noch ermitteln!)

Wärmepumpen
(Luft)-Wärmepumpen sind eine Möglichkeit Wärme zu erzeugen. Wenn der dazu benötigte Strom erneuerbar produziert wird, ist es auch die Wärme.

( Zahlen zur Nutzung in Würzburg muss ich noch ermitteln!)

Sanierung und Energieberatung

Durch die Stadt kann man sich kostenlose Erstberatungen für energetische Sanierungen, Energieeinsparungen, Dämmung etc. einholen. Für tiefergehende, aufwändige Beratung gibt es Förderungen. Es gibt insgesamt mehrere Initiativen von verschiedenen Trägern. Z.B. Vor-Ort-Energieberatung oder kostenlose Messungen mit Wärmebildkameras. Hier ist auch das kommunale Energie- und Klimazentrum zu nennen.

Fazit zum Bereich Wärme

Würzburgs Stärken:Das Fernwärmenetz ist eine große Chance. Die Wärmeverteilung ist unabhängig von der Wärmeerzeugung. In Zukunft können erneuerbare Brennstoffe (Power-to-Gas), erneuerbar produzierter Strom (Power-to-Heat) oder andere Wärmequellen (Abwärme aus Industrieprozessen, Biomasse, Solarthermie) genutzt werden.
Würzburgs Schwächen:Das Potenzial für Erdwärme / Geothermie ist nicht hoch (damit könnte man wetterunabhängige erneuerbare Energie einbinden)
Maßnahmen:Ausbau und Modernisierung des Heizkraftwerkes und des Fernwärmenetzes, kostenlosen Beratungen zum energetischen Sanieren

Folgendes muss ich noch zum Thema Wärme recherchieren:
1. Wird der neue Wärmespeicher des HKW schon von Anfang an auch mit externen, erneuerbaren Strom betrieben werden? (Power-to-Heat)
2. Gibt es Maßnahmen zur Förderung der Fernwärme-Nutzung?
3. Wie sieht der Wärmesektor insgesamt aus? (Anteil erneuerbarer Energien / Wie viele Haushalte heizen womit?)

Energiewende im Verkehr

Der Anteil von erneuerbaren Energien im Verkehr ist (wie praktisch überall) noch verschwindend gering. Informationen stehen in meinem Würzburg-Monitor Verkehrswende.

Kategorien
Würzburg-Monitor

Würzburgs Bauprojekte

Hier stelle ich Bauprojekte von Gebäuden, Arealen, Grünflächen oder Verkehrsinfrastruktur aus meinem Würzburg-Monitor genauer vor. Ich gebe dabei auch an, wer allgemein gesprochen der Bauträger ist. Das sind die Stadt (inkl. aller Gesellschaften wie WVV), Privatinvestoren, der Freistaat Bayern oder der Bund. Wenn man sich damit beschäftigt merkt man schnell, dass man nur eine kleine Auswahl näher recherchieren kann. Es wird so viel gebaut, saniert und umgestaltet, dass man kaum alles kennen kann.

Überblick

ausgesuchte ProjekteStand
Sanierung Mainfranken-Theaterim Bau (2018 bis etwa 2022)
Sanierung ehemalige Mozartschuleim Bau (seit 2020)
Neubebauung Posthalle / Bismarck-Quartierin Planung (Bau in den nächsten Jahren)
Neubebauung E.ON-Areal an der Bismarck-Straßein Planung (Bau in den nächsten Jahren)
Umgestaltung Kardinal-Faulhaber-Platz zum Parkin Planung (Bau ab 2023)
Erweiterung Straßenbahn in Grobmühlim Bau (seit 2019)
Neubau Mehrzweckhalle / Neue Arena an Grombühlbrückein Planung (Bau etwa 2020 bis 2022)
Neuer Stadtteil Hublandim Bau (2010er bis 2030er Jahre)
Neue Straßenbahnlinie 6 zum Hubland Planungen fortgeschritten, Bauzeit unbestimmt
Sanierung Frankenhallemittel-konkret (Bau möglich in nächsten Jahren)
Umbau Museum für Franken (Festung)im Bau (seit 2017 bis etwa 2025)
Neunutzung Faulenberg-KaserneIdeenfindung
Neubau Quellenbachparkhaus und Hotelmittel-konkret
Neubau Ämterhochhaus / Hochhaus Augustinerstraßeim Bau
Neubau Park&Ride-Parkhaus Stettiner StraßePlanung abgeschlossen, Bauzeit unbestimmt
Reaktivierung Bahnhof Heidingsfeld-OstFertigstellung 2022 geplant
Reaktivierung Bahnhof Heidingsfeld-Westnoch kein Baubeginn (2026 Fertigstellung geplant)

Infos zu einzelnen Projekten

Unter „Konkretheit“ verstehe ich folgendes: hoch = Was/Wie/Wann gebaut wird ist klar. mittel=Was in etwa gebaut wird ist klar, der Zeitpunkt jedoch nicht,. niedrig=frühe Planungen und erste Schritte sind erfolgt.

Theater-Umbau/Komplettsanierung

Das Mainfranken-Theater wird komplett saniert, umgebaut und erweitert. Der vordere Bereich wird vollständig umgestaltet – vom Stil her vergleichbar mit der Main-Seite des Congress-Zentrums. Der Großteil der Baukosten wird vom Freistaat Bayern getragen. Das Theater wird zum Staatstheater. Das hat den Vorteil, dass auch der Freistaat in der Verantwortung ist das Theater zu unterstützen.

TrägerStadt
Standim Bau
Baubeginn2018
Ende der Bauarbeiten2022

Sanierung und Neunutzung der ehemaligen Mozartschule „MOZ“

Die Mozartschule wurde 1957 gebaut und war bis 2001 das „Mozart-Gymnasium“. Das Gebäude ist denkmalgeschützt. Nach der Nutzung als Schule war lange unklar was mit dem Gebäude passieren wird. In dieser Zeit haben mehrere Vereine und ein Programmkino das Gebäude genutzt. In einem Bürgerentscheid 2015 wurde entschieden, dass das Gebäude nicht abgerissen wird.
Nach Plan wird der vordere Teil das „Mozarteum“. Dort gibt es Räume für die Sing- und Musikschule + Musikhochschule und eine Aula mit Cafe für öffentliche Veranstaltungen ). Der hintere Teil wird schon seit März 2020 von der VR-Bank zu Wohnungen und Büros umgebaut. Dabei wird auch ein neues Gebäude entstehen. Die Grünflächen in der Mitte sollen öffentlich zugänglich werden. Die Bäume und Büsche am Seiteneingang müssen für die Sanierung entfernt werden, danach wird die Stelle wieder begrünt.

TrägerStadt
Standim Bau
Baubeginn2020
Ende der Bauarbeiten2022

Bismarck-Quartier (jetzt Posthallen-Komplex)

Wohn- und Bürogebäude auf altem Post-Sortier-Zentrum. Direkt nehmen dem Bahnhof steht ein großer Gebäudekomplex, das alte Post-Sortierzentrum -> genannt „Posthalle“. Es gab in den letzten Jahren mehrere Zwischennutzer: Lasertag, Minigolf, etc. Vor Allem ist die Veranstaltungshalle „Posthalle“ bekannt. In dem alten Logistikgebäude finden Konzerte, Parties und andere Veranstaltungen statt. Das riesige Platzangebot ist eine Besonderheit. Nachdem 2015 ein Einkaufszentrum geplant war und dieses abgelehnt wurde wird jetzt Wohn- und Bürobebauung entstehen.  Die Mieter der Posthalle, die dort in den letzten Jahren die Halle zwischengenutzt haben versuchen an anderer Stelle unterzukommen. Die Wohnungen werden zu 30% geförderter Wohnraum („Sozialwohnungen“). Die Höhe der Gebäude wird ähnlich wie die bereits bestehenden Häuser an der Bismarckstraße. Die Busse, die momentan durch die Bismarckstraße fahren werden umgeleitet und in Zukunft zwischen den neuen Gebäuden und den Bahnschienen auf der Rückseite fahren. Auch das Posthochhaus gehört zum Projekt. Das soll eine neue Fassade bekommen, niedriger werden und auch neu genutzt werden. Ob die Post weiter im Gebäude bleibt ist im Moment unklar. Alles ist noch in der konkreten Planung und die Investoren stellen bei der Stadt Würzburg ihre Anträge. Es gibt noch keinen konkreten Zeitplan.

Trägerprivat
Standmittel-konkrete Planungen
Baubeginnunklar (frühestens 2020)
Ende der Bauarbeitenunklar (frühestens 2023)

E.ON-Areal an der Bismarck-Straße

Neubebauung E.ON-Areal, hauptsächlich mit Wohnungen. Mitten in der Äußeren Pleich gibt es ein Gelände des Energiekonzerns E.ON mit mehreren Gebäuden, Werksstraßen und Einfahrten. Dieses E.ON-Areal wird kleiner (weniger Technik benötigt). Es werden mehrere Wohngebäude entstehen. Es gibt auch mehrere Bäume auf dem Gelände, wobei der Baumbestand erhalten so weit wie möglich erhalten bleibt. Insgesamt 250 Wohnungen, von denen 30% geförderter Wohnraum sind geplant. Die Wohnungen werden zum Teil verkauft und zum Teil vermietet werden. Direkt am Ringpark wird außerdem eine KiTa entstehen. Es ist noch nicht entschieden, ob das Hochhaus auf dem Gelände abgerissen wird oder bestehen bleibt.

Trägerprivat
Standmittel-konkret
Baubeginnunklar
Ende der Bauarbeitenunklar

Gestaltung Kardinal-Faulhaber-Platz

Gestaltung des vormaligen Parkplatzes als Innenstadtpark. Im Bürgerentscheid 2017 wurde Tiefgarage mit begrünter Oberfläche abgelehnt. Nun entsteht hier ein kleiner Park, der auch der „Abschluss“ der Fußgängerzone Eichhornstraße/Spiegelstraße wird. Die Würstchenbude bleibt! Es werden 26 Bäume gepflanzt. Die Verkehrsführung um den ehemaligen Parkplatz wird geändert (einige unnötig gewordene Fahrstreifen werden verschwinden). Gleich nach dem Bürgerentscheid wurde die Fläche provisorisch begrünt. Es zeigt sich aber, dass nichts länger hält als ein Provisorium… Weil im Gartenbauamt die Planer knapp sind verschiebt sich die endgültige Gestaltung. 2020 soll ein Entwurf vorgestellt und danach ausgearbeitet werden. Frühestens 2023 kann dann die Ausführung geplant werden bzw. Bauarbeiten beginnen.
https://wuerzburgwiki.de/wiki/Kardinal-Faulhaber-Platz

TrägerStadt
Standendgültige Planung ist geplant
Baubeginn2023 (frühestens)
Ende der Bauarbeiten2023 + x

Verlängerung Straßenbahnlinie 1/5 zur Uni-Klinik

Die Straba-Linie 5 nach Grombühl wird bis zum Uni-Klinikum verlängert (1,3km). Das Projekt ist genehmigt. Die Bauarbeiten in Vorbereitung. Am Endpunkt der Gleise wird ein Park&Ride-Parkhaus mit 90 Plätzen entstehen.
Informationen der WVV zur Straßenbahn-Erweiterung in Grombühl.
Flyer der WVV zur Straßenbahn-Erweiterung in Grombühl.

TrägerStadt (WVV)
Standim Bau
Baubeginn2019
Ende der Bauarbeitenschätzungsweise 2022/23

Mehrzweckhalle / Neue Arena

Bau der Sport- und Veranstaltungshalle „Neue Arena“ für Sportveranstaltungen (Basketball, Ersatz für die S.Oliver-Arena in der Sanderau)  + andere Veranstaltungen. Laut WürzburgWiki eine Kapazität von 6100 Personen bei Sport- und  über 8000 Besucher bei anderen Großveranstaltungen.
https://wuerzburgwiki.de/wiki/Neue_Arena

TrägerPrivat (mit öffentl. Förderung)
Standkonkrete Planungen
BaubeginnEnde 2020
Ende der Bauarbeitenwahrscheinlich 2022
Das noch leere Gelände für die Neue Arena | Foto: Robert Behrendt

Neuer Stadtteil Hubland

Umbau des alten Militärgeländes zum neuen Stadtteil. Das Areal ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts ein Militärgelände. Es wurde in den 1930ern zum Militär-Flugplatz ausgebaut und war bis 2008 Kaserne der US Army. Seit den letzten Jahren wird das ehemalige Militärgelände zu einem Viertel für Wohnen, Gewerbe, Technologieunternehmen und Einrichtungen der Universität Würzburg. Am Ende sollen 1700 Wohnungen für 4000 Personen entstanden sein.
Die Grundstücksvermarktung, der Um- und Aufbau ist im vollen Gange. Einiges ist schon fertig, es sind noch viele alte Gebäude vorhanden, aber es gibt eine Menge Baustellen. Das Gelände wurde von der Stadt gekauft. Dann wurde die Infrastruktur aufgebaut. Das investierte Geld geht jetzt wieder durch den Verkauf der Grundstücke an die Stadt zurück. Ein Meilenstein war die Landesgartenschau 2018, von der viele Objekte für das neue Viertel genutzt werden. Die Straßenbahnlinie 6 sollte eigentlich zur Erschließung des Hubland dienen. Das war aber ein vorschnell gegebenes Versprechen des damaligen Oberbürgermeisters. Bis jetzt ist aber nur der Platz für die Straßenbahn reserviert, dort wächst momentan aber nur Rasen…
Website der Stadt zum Hubland
Informationen aus dem WürzburgWiki

TrägerKonzept der Stadt
Standin Umsetzung
Baubeginnerste Maßnahmen 2010
Ende der Bauarbeitenbis in die 2030er Jahre

Straßenbahnlinie 6 zum Hubland

Neubau einer kompletten Straßenbahn-Strecke. Im Planungsverfahren. Die Straba 6 wird kommen, es ist aber unklar, wann es passiert. Einige Grundstückseigentümer wollen noch nicht verkaufen und im Moment wird geprüft, ob das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen werden kann. Die Länge solcher Verfahren ist auch ein Problem. Die Planung zur Erweiterung der Linie 1 und 5 in Grombühl wurde z.B. Mitte der 1990er Jahre begonnen und erst 2019 konnte der Bau starten. Die Planung zur Linie 6 wurde Mitte der 2000er begonnen, also 10 Jahre später… Maßnahmen zur Finanzierung werden bereits getroffen, es wird also schon für die Investition gespart. Der Bau soll insgesamt etwa 120 Millionen Euro kosten. Davon müsste die Stadt 10-20% selbst bezahlen. Das wären also 12 bis 24 Millionen. Die Rücklage beträgt mit Stand 2019 bereits 17 Millionen.

TrägerStadt (WVV)
Standfortgeschrittene Planungen, jedoch ohne Zeitplan
Baubeginnunklar
Ende der Bauarbeitenunklar
Animierte Straßenbahnfahrt auf der geplanten Trasse.

Frankenhalle

Nutzung der denkmalgeschützten Frankenhalle + Wohnungsbau. Die Frankenhalle mit ihrer besonderen Dachkonstruktion ist eine ehemalige Vieh-Auktionshalle und heute denkmalgeschützt. Im Bauprojekt wird der Denkmalschutz zum großen Teil beachtet -> schwierig in heutige Nutzung zu bringen. Es entstehen 110 Wohnungen (50% gefördert). Die Frankenhalle selbst wird tagsüber als Markthalle und abends Veranstaltungs-Raum genutzt werden.

TrägerPrivatinvestition
Standmittel-konkret
Baubeginnunklar
Ende der Bauarbeitenunklar

Museum für Franken

Das ehemalige „Mainfränkische Museum“ ist zum „Museum für Franken“ geworden und wird Stück für Stück umgebaut. Es soll zu einem Museum für Kunst- und Kulturgeschichte für ganz Franken und die Geschichte Würzburgs werden. Wird bis 2025 Stück für Stück realisiert. Dazu wird die Ausstellung im Eingangsbereich der Festung und der Fürstenbau (Eingang Innenhof) räumlich zusammengelegt. Das Staatsarchiv und das Tagungszentrum ziehen aus, dafür wird dann der gesamte innere Bereich der Festung zum Museum.

TrägerFreistaat Bayern
Standin Umsetzung
Baubeginn2017
Ende der Bauarbeiten2025

Nutzung Faulenberg-Kaserne

Erste Planungen zur Nutzung der ehemaligen Kaserne an der Nürnberger Straße. Erste Gespräche zum Kauf des Geländes (Stadt kauft vom Bund). Bis Mai 2020 wird der Wert des Komplexes ermittelt. Bis Ende 2020 soll der Kauf abgeschlossen sein. Der Vorschlag eines Privatinvestors von der arabischen Halbinsel wurde durch den Stadtrat abgelehnt.

TrägerStadt
Standwenig konkret (erste Schritte)
Baubeginnunbekannt
Ende der Bauarbeitenunbekannt

Ort auf Google Maps

Park&Ride-Parkhaus Stettiner Straße

Im Mai 2019 wurde beschlossen in der südlichen Sanderau, Stettiner Straße ein P&R-Parkhaus zu bauen. Die Stadtverwaltung plant es derzeit. Es wäre direkt gegenüber S.Oliver-Arena, zwischen Hochhäusern in der Sanderau, der B19 und einer Grünfläche mit Spielplatz. Auf dem Gelände ist zur Zeit ein Mini-Golfplatz, der für die Verkehrswende weichen muss. Das Parkhaus soll 26 Meter hoch werden, eine begrünte Fassade bekommen und Platz für 500 Autos bieten (etwa die Hälfte der Talavera mit ca. 1000 Plätzen). Die Anlage wäre nur 200m von der Endhaltestelle der Straßenbahn (Königsberger Straße) entfernt. Die Straba ist in Sichtweite. Siehe auch: Abschnitt Park&Ride im Würzburg-Monitor Verkehrswende.

TrägerStadt
Standmittel-konkret (Planung beschlossen)
Baubeginnunbekannt
Ende der Bauarbeitenunbekannt

Bahnhaltepunkt Heidingsfeld-Ost

Laut Würzburg-Wiki war dieser Bahnhof bis 1987 im Betrieb. Er soll jetzt aber reaktiviert werden. Es gab bereits Terminverschiebungen. Die Eröffnung ist Stand heute für 2022 geplant. Damit wird man dort wieder in die Bahn einsteigen können. Leider wurde mittlerweile die Straba durch Heidingsfeld rückgebaut. Sie hatte genau vor dem Ostbahnhof die Endhaltestelle.

TrägerDeutsche Bahn AG
Stand?
Baubeginnunklar
Ende der Bauarbeiten2022 (angestrebt)

Bahnhaltepunkt Heidingsfeld-West

Auch dieser Bahnhof wurde bis 1987 bedient (siehe Würzburg-Wiki). Wie beim Ostbahnhof wurde vom Stadtrat beschlossen ihn wieder zu aktivieren. Das wird allerdings noch eine Weile dauern.

TrägerDeutsche Bahn AG
Stand?
Baubeginnunklar
Ende der Bauarbeiten2026 (angestrebt)

Ersatz für Quellenbachparkhaus + Hotel am Bahnhof

Das jetzige Quellenbachparkhaus wird abgerissen. Direkt unter dem Parkhaus, das eigentlich wirkt, als sei es seit Jahrzehnten verlassen, fließt die Pleich in einem Betonbett. Der Bach soll renaturiert werden. Richtung Bahngleise wird ein neues Parkhaus mit 1000 Stellplätzen entstehen. An 400 davon beteiligt sich die Stadt. Daneben wird auch ein Hotel gebaut.

Trägerhauptsächlich privat
Standmittel-konkret
Baubeginn?
Ende der Bauarbeiten?

Ämterhochhaus

Fotos und Infos folgen hier.

Dies hier ist nur eine Auswahl! Tatsächlich gibt es noch andere größere, vor Allem aber unzählige kleine Projekte.
Z.B. Rathausplatz Heidingsfeld, Energetische Sanierung der Grundschule Dürrbachau und des Friedrich-Koenig-Gymnasiums, Erweiterung des Wirsberg-Gymnasiums, Neubau des Schul-Hallenbades der Wolffskeel-Schule, Tiefgarage Heuchelhof etc.


Archiv (abgeschlossene Projekte der letzten Jahre)

abgeschlossene Projekte (Auswahl)Stand
Neubau Nautilandabgeschlossen
Neue Umweltstationabgeschlossen
Sanierung Polizei Innenstadtabgeschlossen
Neubau Studentenwohnheim an Grombühlbrückeabgeschlossen

Ersatz-Neubau Schwimm- und Spaßbad Nautiland (beendet 2019/2020)

Das alte Nautiland war in die Jahre gekommen. Es wurde überlegt, ob es saniert oder durch einen Neubau ersetzt werden soll. Die Entscheidung fiel 2016 auf den Neubau, da er genauso viel wie eine Sanierung gekostet hätte. Ende 2018 wurde in einer Online-Umfrage der WVV entschieden, dass das neue Bad auch den alten Namen „Nautiland“ erhalten soll. Neben dem Schwimm-, Spaß- und Freibad wird es im neuen Gebäude auch einen großen Saunabereich mit Saunagarten geben. Die neue Technik spart im Schwimmbadbereich 40% Energie. Im November 2019 wurde es planmäßig eröffnet. Im Außenbereich gab es noch einige Monate umfangreiche Rest-Bauarbeiten.

TrägerStadt (WVV)
Standabgeschlossen
Baubeginn2017
Ende der Bauarbeiten / Eröffnung2019 (November)

Neubau Umweltstation (beendet 2019/2020)

Hierzu habe ich keine weiteren Infos weil ich das Projekt nicht verfolgt habe. Es folgen Fotos dazu.

Consent Management Platform von Real Cookie Banner