Schlagwort: Neustrelitz

  • Zierker See: Sanierung und Restaurierung

    Zierker See: Sanierung und Restaurierung

    Das Problem mit dem See

    Der Zierker See prägt Neustrelitz auf verschiedenen Ebenen wesentlich. Nicht nur heute ist es angenehm an einem See zu wohnen. Die natürliche Landschaft hatte dazu beigetragen, dass die Stadt zwischen Zierker und Glambecker See gegründet wurde. Auch beim Wassersport und Tourismus hat die Stadt dem See Einiges zu verdanken.

    Leider hat die Stadt dem See wiederum nicht gut getan. Er ist heute ein Problemfall und weit von einem natürlichen Zustand entfernt. Zwar ist er von Natur aus ein Flachwassersee, jedoch ist die heutige Wassertiefe von durchschnittlich 1,6m eine Folge menschlicher Eingriffe. Auch wenn der Zierker See im natürlichen Zustand trüb und nicht klar ist, ist er heute besonders schlammig. In ihm gibt es zu viele Nährstoffe, das ökologische Gleichgewicht ist gestört. Zum Baden ist der Zierker See seit einigen Jahrzehnten ungeeignet.

    Ursache und Lösung

    Am Anfang der menschlichen Einflüsse stand der Bau des Kammerkanals 1843, der den Seespiegel abgesenkt hat. Später gab es einen zu hohen Nährstoffeintrag. Einerseits durch Düngereinsatz in der Landwirtschaft, andererseits durch städtisches Abwasser. So wurde das Abwasser der Stadt anfangs ungeklärt in den See eingeleitet und erst 1970 gab es erste Maßnahmen an der städtischen Kläranlage. Die Wasserqualität verschlechterte sich jedoch immer weiter.

    Die Stadt versucht diesem Problem der Euthropierung, Nährstoffanreicherung in einem Ökosystem, seit den 1990ern verstärkt zu begegnen. Es soll die Wasserqualität erhöht und der natürliche Zustand wieder hergestellt werden.

    Im kleinen „Hafenbecken“ an der weißen Brücke sieht man es besonders gut

    Was ist Seentherapie?

    Als Seentherapie werden Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustandes von Seen zusammengefasst. Wenn in den Medien über den Zierker See berichtet wird findet man einerseits den Begriff „Sanierung“ und anderseits den Begriff der „Restaurierung“. Laut Wikipedia sind beides Teilgebiete der Seentherapie. Dabei bezeichnet die Sanierung von Seen Maßnahmen außerhalb des Sees, um ihn von schädlichen Einflüssen zu entlasten (z.B. Verbesserungen der städtischen Abwasserklärung). Bei der „Restaurierung“ geht es im Maßnahmen innerhalb des Sees (Bestandsregulierung von bestimmten Pflanzen  und Tieren, Schlamm ausbaggern).

    Dabei macht es Sinn zuerst mit der Sanierung zu beginnen, also zu verhindern, dass überhaupt zu viele Nährstoffe in den See gelangen, bevor man mit der Restaurierung die Folgen beseitigt. Am Zierker See wird beides gemacht, es gibt Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen.

    Maßnahmenüberblick

    bereits erfolgt:

    • Abwasserklärung der Stadt verbessern (Kläranlage, Abwassersystem), damit weniger Nährstoffe eingetragen werden. 1993 wurde eine neue Kläranlage fertiggestellt. 2005 wurde eine Versickerungsanlage für geklärte Abwässer gebaut. Das Kanalnetz wurde saniert und ein Regenrückhaltebecken gebaut.
    • Pflanzen und Fische (biologische Änderungen, Entnahme und Besatz bestimmter Arten). So wurden 2016-2020 Silber- und Marmorkarpfen abgefischt.

    Angedachte Maßnahmen:

    • weitere biologischen Änderungen erfolgen (Entnahme von Schlamm aufwirbelnden Gras- und Silberkarpfen, Einsetzen von wasserfilternden Muschelkulturen und einen vor Fischen geschützten Bereich für Wasserpflanzen)
    • Polder-Flächen im nordwestlichen Uferbereich renaturiert werden (Ein Polder ist ein eingedeichtes niedrig gelegenes Gelände in der Nähe von Gewässern. Im Falle des Zierker Sees ist es der Polder Torwitz, der durch Entwässerungsgräben und ein Schöpfwerk zur Ableitung des Wassers künstlich angelegt ist.)
    • Nährstoffeinträge reduziert werden (wenn klar ist woher die Nährstoffeinträge stammen)
    • Phosphatfällungen eingesetzt werden (falls die anderen Maßnahmen nicht wie gewünscht wirken)

    [Phosphatfällungen waren schon in der Vergangenheit angedacht, jedoch gab Befürchtungen, dass dies dem Fischbestand schaden könnte. Die zuständigen Behörden erteilten keine Genehmigung. Diese Bedenken werden von Seiten des Landes aber mittlerweile als wissenschaftlich unbegründet abgewiesen.]

    verworfene Ideen

    • Entschlämmung, das Herausholen von großen Mengen Schlamm aus dem See (Das Ausbaggern von Seen hat sich in anderen Seetherapien als nicht zielführend herausgestellt)
    • Ausbaggerung Kammerkanal (im Rahmen einer Bundeswasserstraßensanierung). Hiervon ist aber momentan keine Rede.
    • Weiteres wurde vom Land erwogen, aber ist momentan nicht im Maßnahmenpaket enthalten, wie z.B. die Anstauung des Sees um 20 Zentimeter bis hin zu einem geänderten Schleusenmanagement

    Ziele

    Ziel ist die Senkung der Nährstoffeinträge bzw. die Phosphor-Konzentration im See. Dazu sollen der Eintrag von Phosphor in den See von jetzt jährlich 600kg auf höchstens 500kg gesenkt werden. Hier muss aber noch erforscht werden woher der übermäßige Phosphor-Zufluss eigentlich stammt.

    Daneben soll die Sichttiefe erhöht werden.

    Eine kurze Geschichte der Therapie des Zierker Sees

    In den vergangenen Jahrhunderten wurde immer wieder in den See eingegriffen. Durch Landgewinnung und den Bau des Kammerkanals hat sich der Wasserspiegel immer weiter abgesenkt. Durch Nährstoffeinflüsse und vor allem die ungeklärte Einleitung von Abwasser (bis 1970) hat sich die Wasserqualität sehr verschlechtert. Seit den 80ern ist er kein Badesee mehr.

    In den 1990ern war angedacht Schlamm aus dem See zu holen. Das konnte jedoch nicht finanziert werden. Bereits im Jahr 2000 wurde eine Studie zum Wasserhaushalt, Maßnahmen zur Nährstoffreduktion und einer möglichen Ausbaggerung erstellt. (Ich vermute, dass diese die Grundlage für die Maßnahmen bis 2020 war)

    Man hat mit einer Reihe von „einfachen“ Maßnahmen versucht die Wasserqualität in den Griff zu bekommen. Bauliche und technische Änderungen am Abwassersystem sind erfolgt. Eine Maschine oder Anlage lässt sich planen und umbauen. Man braucht technisches Know-How, Geld und Arbeit. Sie funktioniert dann besser. Einen See als organisches System zu verändern ist dagegen eine langwierige, unsichere Angelegenheit. Es wurden Pflanzen und Fische dem See entnommen. Ob genau das erfolgreich war lässt sich kaum messen.

    Ende 2020 wurde klar, dass die Maßnahmen, die die Stadt in den letzten Jahren durchgeführt hatte zwar eine leichte Verbesserung der Wasserqualität zur Folge hatten, es jedoch nicht ausreichte. Es sind bereits Fördermittel des Landes eingesetzt worden, jedoch wurde das Land Mecklenburg-Vorpommern nun direkt um Hilfe gebeten. Eine Projektgruppe des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt entwickelte weitere Maßnahmen.

    Am 5. August 2021, in einer außerordentlichen Stadtvertretersitzung verkündete Landesminister Backhaus folgendes: Das Land wird eine Sanierung des Sees zu 100% fördern. Konkrete Maßnahmen müssen aber erst noch entwickelt werden. Durch Erfahrungen mit anderen Seesanierungen verspricht das Ausbaggern keine Erfolge, es wird voraussichtlich auf Phosphatfällungen und biologische Maßnahmen hinauslaufen. Im Prinzip war das nichts Neues. Es wurde nur das konkrete Jahr 2027 als Zielmarke genannt, da dieses durch eine EU-Richtlinie zum Gewässerschutz vorgegeben ist. Die Stadt Neustrelitz muss das Projekt anschieben (am wichtigsten: Einen Projektleiter suchen), wird aber keine Kosten tragen müssen.

    Im September 2021 wurde die Vereinbarung zwischen Land MV und Stadt Neustrelitz unterschrieben. Die Stadt wird Studien beauftragen, damit ein Maßnahmenpaket erstellt und umgesetzt wird. Das Land wird alle Kosten übernehmen.

    Es sollte also ein neuer Anlauf folgen, um die Wasserqualität des Zierker Sees zu verbessern. Antrieb und Finanzierung kommen letztlich von außerhalb Mecklenburg-Vorpommerns. Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie schreibt vor, dass Gewässer in der EU spätestens 2027 in einem guten ökologischen und chemischen Zustand sein müssen. Das Geld dafür kommt zum größten Teil auch aus EU-Mitteln (75%) und Bundesmitteln (15%) und nur 10% aus MV, wie eine Landtagsanfrage ergab.

    Im folgenden Jahr 2022 gab es offensichtlich keine wirksame Bearbeitung des Projektes durch die Stadtverwaltung Neustrelitz. Scheinbar gab es vorbereitende Gespräche mit Landesbehörden über den Start von Studien. Diese Untersuchungen wurden aber nicht begonnen. Erst im Januar 2023 gab es Schritte für eine Beauftragung der Untersuchungen (Beratungen im Bauausschuss der Stadtvertretung). Letztlich ist nach der rein bürokratischen Vereinbarung zwischen Bundesland und Stadt, die wenige Tage vor der Landtagswahl 2021 stattfand, eineinhalb Jahre nichts passiert. (Stand Anfang 2023)

    Das Land Mecklenburg-Vorpommern geht davon aus, dass teilweise auch 2027 nicht alle Gewässer des Landes den vorgeschriebenen Zustand erreichen. Es bleibt für den Zierker See zu hoffen, dass der Zeitdruck und die finanziellen Mittel aus EU und Bund in den nächsten Jahren das erreichen, was Stadt und Bundesland in den letzten 30 Jahren nur unzureichend geschafft haben.

    Trotz der Umweltprobleme bietet der See einen schönen Anblick. Außerdem bekommt man keine gesundheitlichen Probleme wenn man doch einmal ins Wasser fällt.

    Diesen Beitrag habe ich am 27.5.2021 veröffentlicht und zuletzt am 17.3.2023 aktualisiert.

  • Die Vertretung von Neustrelitz im Landtag

    Die Vertretung von Neustrelitz im Landtag

    Die Stadt Neustrelitz wird politisch auf mehreren unterschiedlichen Ebenen vertreten. Zum Einen gibt es Abgeordnete im Landtag in Schwerin. Die Vertretung im Bundestag in Berlin ist eine weitere Ebene. Man kann bis ins EU-Parlament gehen.

    Wer vertritt Neustrelitz im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern?

    Neustrelitz liegt im Landtagswahlkreis Nr. 21.

    Zur Zeit wird das Direktmandat im Landtag von Andreas Butzki (SPD) gehalten. Link zur Seite des Landtages.

    Bereits seit 1990 sitzt er in der Stadtvertretung von Neustrelitz. Seit 2011 im Landtag und seit 2014 im Kreistag. Daneben sitzt er in diversen Aufsichtsräten, Beiräten, Vereinen und Verbänden.

    Wahlwerbung zur Landtagswahl 2021 Andreas Butzki

    In welchem Landtagswahlkreis liegt Neustrelitz?

    Neustrelitz liegt im Wahlkreis 21 mit dem Namen „Mecklenburgische Seenplatte IV“. Er umfasst die Stadt Neustrelitz, die Gemeinde Feldberger Seenlandschaft, das Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte und das Amt Neustrelitz-Land.

    Zu den Landtagswahlen 2021

    Wer waren die Direktkandidaten zur Landtagswahl 2021?

    Andreas Butzki – SPD
    Mitglied des Landtags seit 2011, ursprünglicher Beruf: Lehrer und Schulleiter, 61 Jahre
    https://www.andreas-butzki.de/

    Andrea Apmann – CDU
    berufstätige Mutter von 3 Kindern in Neustrelitz, 54 Jahre
    https://www.andrea-apmann.de/

    Horst Förster – AfD
    Mitglied des Landtages, ehemaliger Richter (ist über die Landesliste in den Landtag eingezogen)

    Martin Henze – Linkspartei
    Notfallsanitäter beim DRK, Hobbyimker, 40 Jahre

    Friederike Fiß – Grüne
    Ärztin, Ortsverbandssprecherin der Neustrelitzer GRÜNEN, 33 Jahre

    Direktkandidaten der FDP: Christoph Stitz, Freie Wähler: Thomas Pfitzner, dieBasis: Johanna Otte

    Dazu sitzt Torsten Kopelin (Linkspartei), der in Neustrelitz sein Wahlkreisbüro hat, im Schweriner Landtag. Er ist über die Linkspartei-Landesliste eingezogen.


  • Restaurierung der Orangerie

    Restaurierung der Orangerie

    Das Projekt

    Im Rahmen der denkmalgerechten Wiederherstellung des gesamten Schlossgarten-Areals wird auch die Orangerie instandgesetzt. Das Gebäude war ursprünglich eine Orangerie, ist aber vor nun etwa 180 Jahren zu einer Art Sommerresidenz und Veranstaltungsort umgebaut worden. Die Räume sind in den Zeiten des Großherzogtums besonders reich ausgestattet. In heutigen Zeiten ist es Restaurant und immer noch Veranstaltungsort.

    Die auffälligste Veränderung ist die Entfernung eines Anbaus, der in den 1970ern benötigt wurde. Dadurch erhält das Gebäude seine historische Form wieder. Die Form, die sich der Baumeister beim Umbau der alten Orangerie erdacht hat, denn auch die Nutzung ist heute ähnlich. Mit dem Unterschied, dass der Ort nicht nur der herzoglichen Familie und ihren Gästen vorbehalten ist, sondern für Jedermann.

    Zur Sanierung im Inneren lässt sich sagen, dass sie sehr umfangreich ist. Fotos aus dem Inneren lassen kaum erkennen, welches Gebäude es ist. Der Boden wird komplett ersetzt. Wände und Decken sind umkleidet, damit sie keinen Schaden nehmen. Skulpturen wurden nach Berlin zur Restauration geschickt. Andere sind in Neubrandenburg eingelagert.

    TrägerLand Mecklenburg-Vorpommern
    (Kostenschätzungen mehrfach erhöht, Stand Ende 2023 wird mit 10 Millionen Euro gerechnet, fast alle Kosten werden durch einen EU-Fonds finanziert)
    Standim Bau
    Baubeginn2020
    Ende der BauarbeitenAnfang 2024 (Abschluss der Arbeiten mehrfach verschoben)

    Eindrücke

    Rückseite im Juni 2020, schon mit Bauzaun
    Vorplatz zur Stadtseite. Juni 2020
    April 2021
    April 2021, abgerissener Anbau aus den 70ern
  • Schwimmhalle Neustrelitz

    Schwimmhalle Neustrelitz

    Das Projekt

    Es existiert die Idee für den Bau einer Schwimmhalle. In der Stadtvertretung wurde diskutiert und im Oktober 2019 eine Machbarkeitsstudie beschlossen. Mit dieser sollte die Verwaltung die Umsetzbarkeit eines solchen Vorhabens prüfen. Die Studie wurde 2022 veröffentlicht. Aus ihr ging hohe Kosten hervor, weshalb der Bau einer Schwimmhalle in Neustrelitz nicht mehr weiterverfolgt wird.

    In der Frühphase des Projektes wurde bei möglichen Nutzern, also Vereinen, Schulen, Bundespolizei der Bedarf angefragt und ein Standort und ein bzw. mehrere Träger gesucht. Als Standorte wurden der freie Platz neben dem Heizkraftwerk und die freie Fläche Ecke Karbe-Wagner-Straße/ Strelitzer Chaussee vorgeschlagen.

    Es ging dabei um eine rein funktionale Schwimmhalle, in der Sport betrieben wird. Der Vorteil wäre, dass man eine Möglichkeit im Winter hätte, um Bahnen vor Ort zu schwimmen. Die Alternative zum gesamten Projekt ist, dass Sportler im Winter die Schwimmhallen in Neubrandenburg oder zukünftig womöglich Waren nutzen.

    Die Befürworter verwiesen auf Anklam als Vorbild. Dort wurde eine bestehende Schwimmhalle durch einen Neubau ersetzt, doch in Neustrelitz dagegen wäre eine Schwimmhalle eine Neuheit gewesen. Sie sollte hauptsächlich für Schul- und Vereinssport genutzt werden. In der Beschlussvorlage werden die DRK-Wasserwacht, der DLRG, Schulen, Vereine und das Ausbildungszentrum der Bundespolizei genannt, die alle einen Ort für Ihre Schwimmausbildung bräuchten.

    Wer die Schwimmhalle betreiben soll und wie dies geschehen soll, bzw. wer die laufenden Kosten tragen war über die ganze Diskussionsphase unklar. Die Befürworter der Schwimmhalle hatten dazu kein Konzept vorgelegt.

    Status

    BauherrStadt
    StandEingefroren
    (Machbarkeitsstudie ergab zu hohe Kosten)
    Baubeginnnicht absehbar
    Ende der BauarbeitenVergleichswert Anklam: etwa 1,5 Jahre Bauzeit

    Ähnliche Projekte in anderen Städten in MSE und MV

    Während meiner Recherche habe ich bemerkt, dass in der Seenplatte und MV der Neubau von Schwimmhallen zur Zeit im kommunalpolitischen Trend liegt. Die folgenden Projekte sind schon weiter vorangeschritten als in Neustrelitz. Ich stelle sie hier kurz vor, damit man eine Vorstellung davon bekommt, wie Zeit- und Kostenaufwand sein könnten. Auch wenn jede Stadt anders ist kann man hier gewissermaßen auch in die Zukunft sehen.

    Anklam

    Hier gab hier ein Hin und Her zwischen Sanierung der alten Schwimmhalle und einem Ersatzneubau, inlusive einem Streit mit dem Land um Fördermittel. Im Sommer 2018 fiel die Entscheidung für Neubau und im April 2020 wurde ein Bauvertrag abgeschlossen. Die Baukosten betragen 11 Millionen €, nachdem man lange Zeit von 7,5 Millionen ausgegangen ist. Davon werden 90% durch eine Förderung des Landes getragen (eine ungewöhnlich hohe Rate). Der Bau begann im Mai 2020 und die Eröffnung der neuen Schwimmhalle mit ihren acht 25m-Bahnen ist für Ende 2021 geplant.

    Dargun

    Erste Überlegungen für eine kleine Schwimmhalle gab es schon Anfang der 2010er Jahre. 2016 ist ein Bürgermeisterkandidat mit diesem Thema im Wahlkampf angetreten. Er gewann. Ende 2019 ergab eine Machbarkeitsstudie, dass jährlich 220.000 € bezuschusst werden müssten. Diese Kosten wären für Dargun zu hoch. Das Projekt wurde eingestellt.

    Waren

    In Waren wurde für den Schulsport die Schwimmhalle eines Hotels genutzt. Dieses schloss aber im Januar 2015, so dass Forderungen zum Bau einer neuen Schwimmhalle aufkamen. Mitte 2015 wurde durch Stadtvertreter Toralf Schnur ein Bürgerentscheid initiiert. Der fand zwar nicht wie beabsichtigt statt, jedoch war dies der Startpunkt für die spätere Entwicklung. In den darauffolgenden Jahren gab es Auseinandersetzungen um die Durchführung des Bürgerentscheids, Beauftragung der Machbarkeitsstudie und möglichen Alternativen.

    Anfangs gab es nämlich Vorschläge, die Müritztherme in Röbel auch für Schulsport zu nutzen. Lange Zeit bestanden auch Hoffnungen auf ein privates Großprojekt, das ebenfalls eine öffentliche Schwimmhallennutzung ermöglicht hätte. Dieses wäre zwar die wirtschaftlichste Lösung gewesen, es befand sich jedoch ständig in der Schwebe. Anfang 2020 stand dann fest, dass es nicht realisiert werden würde. Die Frage nach dem Bau einer Schwimmhalle lag wieder alleine bei der Stadt Waren.

    Aus einer Machbarkeitsstudie aus dem Herbst 2018 gingen Kostenschätzungen hervor. Je nach Variante (mit 4 oder 6 Bahnen je 25m) werden die Baukosten mit 10 bzw. 13 Millionen € veranschlagt. Die jährlichen Betriebskosten für die Schwimmhalle wären 750.000 € bzw. 850.000 €. Bei geschätzten Einnahmen von 250.000 € kämen also je nach Variante jährlich 500.000 bis 600.000 € als Zuschuss auf den Warener Stadthaushalt zu.

    Im Laufe der Zeit ist von der Ursprungsidee abgewichen. Statt einer funktionalen Schwimmhalle nur für Schul- und Vereinssport, die nicht in Konkurrenz zur Müritztherme in Röbel steht. Es zeichnet sich ab, dass die 6-Bahnen Variante bevorzugt wird und zusätzlich ein Sauna- und Thermalsolebereich kommen soll. Im Februar 2021 wurde eine neue Kostenschätzung veröffentlicht. Außerdem wird ein Standort gesucht. Mit Vorliegen der aktualisierten Studie soll über Fortführung des Projektes entschieden werden.

    Neubrandenburg

    In Neubrandenburg soll ein Neubau eine alte Schwimmhalle ersetzen. Die Ersatzinvestition wird dringend benötigt, weil die bestehende Halle in die Jahre gekommen ist und mittlerweile zu klein ist.

    Ende 2019 wurden bereits Standorte gesprochen, wobei die interessanteste Option der Umbau des denkmalgeschützten Lokschuppen am Hauptbahnhof ist. Die sinnvolle Nutzung des ganzen Ruinen-Areal wäre ein zusätzlicher positiver Effekt für das Stadtbild. Mitte 2020 wurden die Bedingungen für die Machbarkeitsstudie besprochen.

    Dieser Artikel wurde am 6.4.2021 veröffentlicht und am 17.3.2023 aktualisiert.


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